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7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
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wurf macht, daß er die Hörner nicht an den Schultern trage, von woaus er doch die kräftigsten Stöße führen könnte, sondern am schwächstenTheile, am Kopfe. Denn nicht mit Scharfblick hat Momus dieß ge-tadelt. Wie nämlich die Hörner, wenn sie irgend wo anders amLeibe wüchsen, ohne irgend nützlich zu sein, eine Last verursachen, jaüberdieß manchen Verrichtungen im Wege sein würden, gerade so wärees auch, wenn sie an den Schultern wüchsen. Man muß nämlichnicht bloß darauf sehen, von wo aus die Stöße kräftiger wären, son-dern auch, von wo aus sie am weitesten reichten; da sie nun aberkeine Hände haben, an den Füßen aber keine Hörner sitzen können,noch an den Knieen, woselbst sie ja das Beugen verhindern würden,so ist es nothwendig, daß sie dieselben, wie sie es eben thun, auf demKopfe tragen. Zugleich aber sind sie so auch rückflchtlich der übrigenBewegungen des Körpers am wenigsten hinderlich. Es sind indeß nurdie Geweihe der Hirsche durch und durch solid ^), auch er allein wirstsie ab, sowohl indem er es sich zu seinem Nutzen leichter macht, alsauch nothgedrungen durch die Schwere. Die Hörner, der übrigenThiere sind dagegen bis zu einer gewissen Stelle hohl, die Spitzenindeß sind solid, weil dieß zum Stoßen zweckmäßig ist. Damit aberauch der hohle Theil nicht schwach sei, so wurde er aus der Haut ge-bildet und ein solider, aus den Knochen entspringender Körper in den-selben eingepaßt; denn so sind auch die Hörnertragenden zum Kampfeam geschicktesten und bezüglich ihrer sonstigen Lebensweise am wenigstenbelästigt. Um wessentwillen die Hörner ihre Beschaffenheit haben, isterörtert, und aus welchen Ursachen einige Thiere dieselben -besitzen,andere nicht; wie sich aber die nothweudige Natur verhalten muß,

0) Die Geweihe der Hirsche unterscheiden sich von den Hörnern des Rind-viehs, der Antilopen re. außer dem Nichtverästeltsein der letzter» dadurch, daßdas Geweihe Knochemnasse ist, durch und durch solid, und aus einem die Stirn-haut emporhebenden, allmählich verknöchernden Knvrpelzapsen entsteht, der nachder Verknöcherung die umhüllende Hank abwirft. Die Hörner hingegen sindhohle Horngebilde, und stecken (wie etwa die Hufe und Krallen), auf knöchernenStirnzapfen, die in ihre Höhle hineinragen; die Hornsubstanz selbst ist ein Haut-gebilde und wächst von unten her durch Ablagerung neuer Schichten nach.Daß die beiden vom Philosophen angeführten Gründe, weßhalb die Hirsche ihreGeweihe abwerfen, nichtig sind, beweiset der Umstand, daß kastrirte Hirschedieselben nicht nbwerfen.