Druckschrift 
7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

64

sie keine Nase besitzen, sondern einige die Gerüche durch die Kiemen,andere durch ein Spritzloch , die Jnsccten hingegen durch die Ein-schnürungO) empfinden und sämmtlich gleichsam durch den dem Körperursprünglich innewohnenden Athem bewegt werden; denn diesen besitzensie") insgcsammt von Natur und von außen kommt er nicht hinein.

Unter der Nase befinden sich bei den mit Zähnen versehenen Blut-führende» die Lippen. Bei den Vögeln ist, wie bereits erwähnt, fürdie Nahrung und zur Vertheidigung der knöcherne Schnabel vorhanden,denn er ist anstatt der Zähne und Lippen zu einem Stücke verschmol-zen, wie wenn jemand beim Menschen die Lippen hinwcghöbe unddie vbern wie die untern Zähne zusammcnschweißte und beide in dieLange zu einer Spitze ausdehnte; denn dieß würde ein Vogelschnabclsein. Bei den übrigen lebenden Wesen dient die Beschaffenheit derLippen zur Erhaltung und zum Schutze der Zähne, daher haben siediesen Theil auch, jenachdem sie scharfe und gute Zähne besitzen oderdas Gcgentheil, entsprechend gebildet; die Menschen aber haben weicheund fleischige Lippen, die sich öffnen können, und zwar sowohl zumSchutze der Zähne, wie bei den übrigen, als weit mehr noch zueinem edlern Zwecke; sie sind ja auch dazu da, der Sprache zu dienen.Wie nämlich die Natur auch die Zunge der übrigen Thiere nicht

5) d. i. die de» Nasenlöchern entsprechende Oeffnung ans der Oberseite desKopfe« der Walle.

s- Was Arig. bei den Jnsccten unter i-Tio^Mfccr vergeht, wird aus fol-gende» Stellen klar: Ne resxli. IX.; Iü8t. ->». V, 24. ES ist die Einschnürungzwischen Bruststück und Hinterleib, oder richtiger zwischen (Pro- und Mesothvrax'oder) Metathora.r und Hinterleib, wie sich diese bei vielen Jnsccten sehr anS-gcbildct findet (z. B. Bienen, Wespen). Die kleinen Thiere, meint nämlichder Philosoph, bedürfen wegen ihrer geringen Wärme nur geringer Abkühlung;die wärmcrn unter ihnen sind aber mit einer solchen Einschnürung versehen,damit sie, ihrem Bedürfnis- gemäß durch ein dünneres Häutchen von dem um-gebenden Medium stärker abgekülstt werden; im Innern sind die Jnsecten mitihnen eingebornem Athem versehen. Daß die Jnsecten indes- so gut wie dieübrigen Thiere Lust athmen, versteht sich. Sie haben in ihrem Innern eincigcnthümlicheS System röhrenförmiger, den ganzen Körper durchziehender Ge-bilde (sogenannte Tracheen), welche sich meist an den Seiten mit Poren öffncnund durch diese Pore» frische Luft ein- und die unbrauchbar gewordene ans-laffcn. Womit die Jnfecten riechen, weiß man freilich auch heute noch nicht.

?) nämlich die Jnsecten.