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gleich bildete und sie zu zwei Verrichtungen bestimmte, wie sie dießnach unserer obigen Bemerkung häufig, thut, die Zunge nämlich zumSchmecken und zum Sprechen, so bildete sie auch die Lippen hiefürund zum Schutze der Zähne. Denn die artikulirte Sprache bestehtaus Lauten; wenn aber die Zunge nicht so beschaffen und die Lippennicht feucht wären, so würde man die meisten Laute nicht aussprechcnkönnen; sie entstehen ja thcils durch Hiuzuthuu der Zunge, theilsdurch Mitwirkung der Lippe». Welche, was für welche und wie vieleUnterschiede diese nun zeigen, das muß mau bei den Metrikern er-fragen. Ndthwendig war cs aber, daß ein jeder dieser Theile vonvorn herein dem genannten Zweck durch eine solche passende Bildungentspreche; daher sind sie fleischig. Das Fleisch des Menschen ist aberam weichsten 2), und dieses darum, weil er unter allen lebendenWesen rücksichtlich der Tastempfindung das feinste Gefühl hat.
Siebcnzehntes Kapitel.
Im Munde aber, unterhalb des Gaumens liegt bei den Thieren dieZunge, und zwar bei allen Landthieren fast in gleicher, bei den übrigenjedoch sowohl im Vergleich zu einander, als zu den Landthieren inverschiedener Weise. Der Mensch nun hat die beweglichste, weichsteund breiteste Zunge, damit sie zu jeder der beiden Functionen geeignetsei, nämlich zur Geschmacksempfindung (denn der Mensch hat unter denlebenden Wesen die feinste Enrpfindung, ebenso auch die weiche Zungedesselben, denn sie ist zum Befühlen am geeignetsten, das Schmeckenaber ist eine Art Gefühl) und zur Artikulirung der Laute, denn auchzur Sprache ist die weiche und breite Zunge geschickt; bei einer solchenBeschaffenheit und freien Beweglichkeit nämlich dürfte sie sich wohl ambesten verkürzen und überall Hinstrecken können. Dieß ist bei denenersichtlich, bei welchen sie nicht hinreichend frei beweglich ist; denndiese stammeln und lispeln; dieses aber liegt in einer mangelhaftenAussprache der Laute. In dem Breitsein liegt aber auch das Schmale,
2) D. h. die Haut fühlt sich zart und weich an; von einer absonderlichenWeichheit des Fleisches wollen unsere anatomischen »nd chirurgischen Messernichts wissen.
Aristoteles, Th. d. Thi-re.
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