63
aber zu den vielzehigen Thieren und haben weder zwei-, noch einhufigeFüße^); da jedoch die Größe und das Gewicht ihres Körpers bedeu-tend ist, so dienen sie nur zu dessen Stütze und sind wegen ihrerSchwerfälligkeit und Unbiegsamkeit auch zu weiter nichts tauglich.Zum Athmcn also hat er die Nase, wie jedes andre mit Lungen ver-sehene Thier; wegen seines Aufenthalts im Wasser aber und wegender Langsamkeit des Ortswechsels von dort ist sie lang und zum Beu-gen geschickt; weil aber der Gebrauch der Beine beschränkt ist, so be-dient sich die Natur dieses Theiles auch, wie gesagt, zu den eigentlichvon den Beinen zu leistenden Diensten. Die Vögel aber und Schlan-gen wie überdieß die blutführcnden «erlegenden Vierfüßler haben zwarNasenöffnungen unmittelbar am Munde, nicht aber eigentlich m derWeise entwickelt, daß man da, wenn nicht etwa blos bezüglich ihrerVerrichtung von einer Nase reden könnte, ja der Vogel sogar dergestalt,daß man wohl durchaus nicht behaupten dürste, er habe eine Nase.Dieses rührt daher, daß er an der Stelle der Kiefer den sogenanntenSchnabel hat. Die Ursache davon aber ist die, daß die Natur derVögel folgendermaßen gebildet ist. Sie sind nämlich zweibeinig undgeflügelt, so daß sie nothwendigerweise ein geringes Gewicht des Kopsesund Halses so wie eine schmale Brust haben. Damit nun auch derSchnabel zur Vertheidigung und für die Nahrung tauglich sei, ist erknochig, schmal aber ist er wegen der Kleinheit des Kopfes. AmSchnabel haben sie aber die Ocffnungen für den Geruch; daß sie je-doch eine Nase haben, ist unmöglich. Von den übrigen Thieren aber,welche keine Luft athmen ^), wurde schon früher erörtert, weshalb
2) Dev Elephant hat an allen Füßen fünf Zehen, die jedoch bis auf diehufartigen Nägel i» der Haut stecken.
-) Das Wort crNttTrVLtN muß bei Arist. meist mit „Luft athmen" über-seht werden, nicht etwa mit „athmen". Das Athmcn ist ihm nämlich ein bloßerAbkühlungsprozeß, der bald durch Luft, bald durch Wasser, bald durch den ein-gebvrnen Athem erzielt wird. Sein ganzer Kampf gegen Demvcrit, AuaxagvraSund Diogenes, welche behaupteten, alle Thiere athmeten Luft, ist immer nurgegen das Luftathmen, nicht gegen das Athmen überhaupt gerichtet! wie dießaus cks respirat. II. und III. sonnenklar erhellt- Das Wese» des AthmenS istAbkühlen, Abkühlen findet bei allen Thieren statt, aber nicht bei allen durchLuft — das ist Aristoteles' Meinung.
b) Bgl. lle resxlrat., cke sens. et »onslb,