Denn die Haare sind für diejenigen, welche dieselben besitzen, zurBedeckung da, bei den Vierfüßlern bedarf aber die Oberseite mehr derBedeckung, die untere, obgleich wichtiger, ist gleichwohl kahl wegender gebückten Stellung; bei den Menschen aber bestimmte die Naturden Schutz für die wichtigerer Theile, weil wegen der aufrechten Stel-lung die Vorder- und Hinterseite eine gleiche Lage behaupten. Dennimmerfort wählt die Natur unter dem Möglichen das Beste. Darumhat auch von den Vierfüßlern kcins weder Wimpern an den untern(sondern es wachsen unten an diesem Lide bei einigen einzelne Haare)noch in den Achselgruben, noch au der Schani, wie beim Menschen;sondern statt dessen ist bei einigen der Körper oben durchweg mit Haa-ren bedeckt, wie beim Geschlecht der Hunde, andre wie die Pferdeund derartigen Thiere, haben eine kammartigc, andre eine wallendeMähne 3) wie der männliche Löwe. Ferner denen, welche langeSchwänze haben, hat die Natur auch diese mit Haaren geschmückt undzwar bei denen, die einen kurzen Stiel haben mit langen Haaren, wiebei den Pferden, bei denen, die einen länger», mit kurzen und jenach der Beschaffenheit des übrigen Körpers; überall nämlich gibt sieeinem andern Theile, was sie dem einen nimmt. Denen, welchen sieeinen sehr dicht behaarten Körper verlieh, gab sie einen verkümmertenSchwanz, wie dieses bei den Bären der Fall ist. Am Kopf ist aberder Mensch unter den lebenden Wesen am dichtesten behaart, und zwarmit Nothwendigkcit wegen der Feuchtigkeit des Hirns und wegen derNähte (denn wo am meisten Feuchtigkeit und Wärme ist, da muß auchdas stärkste Wachsthum stattfinden) und zum Zweck-des Schutzes, da-mit sie durch ihre Decke das Uebermaaß der Kälte und Wärme über-
oben, beim Mensche» hinten, beim Thier vuritt nntcn, beim Men-schen vorn. Nnn hat der Mensch vorn an den Lidern, am Bart, unter denAchseln und an der Schani Haare, hinten nur am After und Kopf; die Thierehaben aber oben mehr Haare, unten sind sic wenigstens hinterwärts kahler.De» hier klar erörterten Unterschied von 7l(>o:vss und VTlvia hält Aristotelesindeß nicht fest und schon in dieser Schrift werden wir Stellen finde», wo demSachverhalte gemäß umgekehrt vorn und iiTirttt hinten bezeichnet.
5) Vgl. 1,18t. a». II, 2. 3., wo dieß deutlicher dargestellt wird. Die Mähnedes männlichen Lowe» steht gleichmäßig NM den Hals herum, die des PferdesbloS am vbern Rande des Nackens.