56
auch weniger der Fall, aber doch deutlicher als beim Gefühl, dennes ist ja auch dieser Sinn gleichsam eine Art Gefühl; ebenso ist esoffenbar auch bei dieser der Fall, denn sie erscheint getheilt. Beiden übrigen Sinnen ist aber noch entschiedener das Organ doppeltvorhanden, denn der Ohren und Augen sind zwei und auch das Wesender Nase ist zweithcilig. Wenn dieses nun aber in anderer Weiseläge, und etwa wie bei den Ohren gesondert wäre, so würde es seineFunction nicht verrichten, so wenig wie der Theil, an dem es sichbefindet. Denn bei denjenigen, welche eine Nase haben, entsteht dieEmpfindung durch das Athemholcn, der entsprechende Theil liegt aberin der Mitte nach vorn; daher verlegte die Natur die Nase in dieMitte der drei Sinne, indem sie dieselbe gleichsam zur einzigen Richt-schnur für die Athcmbewegung bestellte. Vortrefflich verhalten sichdiese Sinnesorgane auch bei den übrigen Thicren, bei jedem nachseiner eigenthümlichen Natur.
Eilstes Kapitel.
Die Vierfüßler haben nämlich freie und scheinbar über den Au-gen liegende Ohrmuscheln'), aber es ist in der That nicht so, son-dern es scheint nur so, weil die Thiere nicht aufrecht, sondern gebücktsind. Da sie aber zumeist so sich bewegen, so ist es zweckmäßig, daßsie höher gerückt und beweglich sind; denn durch ihre Wendungennehmen sie den Schall besser von allen Seiten aus.
Zwölftes Kapitel.
Die Vögel haben indeß nur Ohröffnungen wegen der Härte derHaut und weil sie keine Haare haben, sondern gefiedert sind; es istsonach ein derartiger Stoff nicht vorhanden, aus welchem die Ohr-muscheln hätten gebildet werden können '). Ebenso verhält es sich
>1 Belm Menschen stehen nämlich Ohre» nnd Angcn in gleicherlii'st. NN. 1,9 3.
Eine bei Arist. sehr gewöhnliche philosophische Grnndlostgkeit.