Druckschrift 
7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen
 

48

sprechender Verbindung; wo nämlich die Gliedmaßen ihre Gelenkehaben, da sind sie durch Sehnen vereinigt, und ihre Enden zusammen-gefügt, indem entweder das eine ausgehöhlt, das andere gewölbt ist,oder beide ausgehöhlt sind, und in der Mitte den Spielknochen wieeinen Keil umfassen, so daß ein Beugen und Strecken ermöglicht wird;denn sonst würden sie entweder nicht leicht oder gar nicht eine solcheBewegung vollführen. Auch einige, deren Anfangsstück dem Endstückeines andern ähnlich ist, sind durch Sehnen verbunden. Auch befindensich in der Mitte an den Gelenkendcn knorplige Theile wie ein Polster,damit sie nicht gegen einander reiben ^). Ikings um die Knochen liegtaber das Fleisch, um dessentwillcn die Knochen da sind , mit dünnenund sehnigen Bändern angehestet. Denn wie diejenigen, welche ansThon oder einer andern weichen Masse Thiere modelliren, irgend einenfesten Körper zum Gerüste nehmen, und diesen dann überkleben, ebensohat die Natur auch das Thier aus dem Fleische gebildet. Den übrigen,fleischigen Theilen dienen somit die Knochen zum Gerüste, und zwarbei denjenigen, welche sich in einem Gelenke bewegen, um diesetwillen,bei den unbeweglichen aber des Schutzes wegen, wie z.B. die die Brustumgebenden Rippen zum Schutze der in der Herzgegend liegenden Ein-geweide. Der Unterleib ist indeß bei allen knochenlos ^), damit er derden Thieren durch die Nahrung erwachsenden Ausdehnung, so wie beiden Weibchen dem Wachsthume der Frucht in ihnen nicht hinderlichsei. Diejenigen Thiere, welche lebendige Junge in sich selbst so gutwie nach außen hin erzeugen , haben einen gleichen und kräftigen

6) Vgl. unten IV, n>.

4) Wo zwei Knochen articuliren, da sind sie an de» Berührungspunctenund über dieselben hinaus mit einer dünnern oder dicker» Knvrpelschicht über-zogen.

b) An die Schildkröten hat der Philosoph hier wohl nicht gedacht. Aberauch beim Krokodil trifft das Gesagte nicht zu, denn bei ihm reicht das Brust-bein bis zum Becke» und legt sich mit zwei sogenannten Brustbeinrippen an dieSchambeine an.

s) Arist. unterscheidet bei den lebendiggebärenden Thieren: l) solche, welchevon Anfang an in ihrem Innern Embryone entwickeln und nicht erst Eier tra-gen; hieher rechnet er den Menschen und die Säugethiere ldie mikroskopischenEichen dieser,Thiere, die man ja erst in den neuesten Zeiten erkannt hat, mußtenihm freilich entgehen); r> solche, welche erst Eier tragen, diese aber schon in