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7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
Entstehung
Seite
47
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Neuntes Kapitel.

Es verhält sich aber mit der Natur der Knochen ebenso wie mitder der Gefäße'). Denn jedes von beiden beginnt an einem Puncteund ist in sich zusammenhängend, und kein Knochen ist für sich isolirt,sondern entweder Theil gleichsam eines Ganzen oder mit ihm vereinigtund verbunden, damit die Natur sich in dem einen Falle gleichsameines Einzigen und Zusammenhängenden, im andern gleichsam Zweierund Getrennter zur Beugung bediene. Ebenso ist auch kein Gefäßselbstständig, sondern alle sind Theile eines einzigen Ganzen.- Dennwenn ein Knochen isolirt wäre, so würde er die Function nicht ver-richten, um derentwillen er seine Beschaffenheit hat (denn er könnteweder eine Beugung, noch gerade Haltung bewirken, wenn er nicht imZusammenhang, sondern isolirt wäre); er würde aber obendrein auchschädlich sein, wie eine Gräte oder ein Pfeil, der im Fleische steckt ^).Und wenn ein Gefäß isolirt wäre und nicht mit seinem Anfang zusam-menhinge, so würde es das in ihm enthaltene Blut nicht vor Verän-derung bewahren, denn die von jenem ausgehende Wärme hindert dasGerinnen; auch fällt bekanntlich das Getrennte der Verwesung anheim.Der Anfang der Gefäße ist aber das Herz, der der Knochen bei allen,welche Knochen besitzen, die sogenannte Wirbelsäule, mit welcher dieübrigen Knochen zusammenhängen; das die Länge und gerade Hal-tung der Thiere Bedingende ist ja die Wirbelsäule. Da aber, weildas Thier sich bewegt, auch der Körper sich biegen muß, so ist sie nachdem Zusammenhang ein Ganzes, vieltheilig aber durch dasGetheiltsein in Wirbel. Darum sind auch bei denjenigen, welche mitjener zusammenhängende Gliedmaßen besitzen, die Knochen in ent-

Vgl. bist. an. III, 7. I. Daß es übrigens keinen isolirten Knochengäbe, ist falsch; man denke z. B. an den sogenannte» Nnthenknochen, der sichim Penis vieler Säugethiere findet und bei manchen gerade in der Eichel steckt(vgl. auch die folgende Anm->. Bezüglich der Gefäße ist die Angabe richtig.

2) Daß Aristot. im Ernst solche Träumereien Vorbringen kann, ist um somehr zu verwundern, da er ja selbst beim Ochsen und Pferde von einem Herz-knochen spricht (vgl.- unten III, 4. und bist. an. II, I I.) und sogar von Gräten,die bei einigen Fischen initten in, Fleische zerstreut lägen (bist. an. III, 7. 7.).