20
die Lunge ist, das ist diesen statt der Lunge irgend etwas anderes.So haben auch einige Blut, andere ein Analoges, das dieselben Kräftebesitzt, wie bei den Blntführenden das Blut. Wollte man aber voneinem jeden dieser Theilc bei jedem Thicre speziell handeln, so würdeman, wie schon oben gesagt wurde, wiederholt dasselbe Vorbringenmüssen, wenn man über alle Erscheinungen redete. Denn gar vielenkommt das Nämliche zu. Dies wäre sonach hiemit fcstgestellt. Daaber ein jedes Werkzeug einem Zwecke dient, jeder Körpcrtheil aberauch einem Zwecke dient, das aber, wozu er dient, eine Verrichtungist, so ist es klar, daß auch der ganze Körper zum Zweck einer voll-ständigen Verrichtung gebildet ist. Denn es ist keineswegs das Sägender Säge wegen, sondern vielmehr die Säge des Sägcns wegen ent-standen. Ein gewisses Gebrauchen nämlich ist das Sägen. So istauch der Körper irgendwie der Seele wegen da, wie die Thcile umder Verrichtungen willen, zu denen ein jeder geeignet ist. Zuerst sindalso die gemeinsamen Verrichtungen aller zu besprechen, sowohl die,welche dem Geschlecht, als die, welche der Art angehören; ich nenneaber gemeinsam die, welche allen Thieren zukommen, die des Ge-schlechts die, bei welchen wir dem Grade nach Unterschiede bemerken,so z. B. nenne ich den Vogel ein Geschlecht, den Menschen aber eineArt, wie alles, was dem allgemeinen Begriffe nach keinen Unterschiedzeigt. Einige haben ja das Gemeinsame nach der Analogie, anderenach dem Geschlecht, andere nach der Art. Wenn nun aber einigeVerrichtungen um anderer willen da sind, so ist klar, daß die Dinge,denen diese Verrichtungen zukommen, in derselben Weise sich unter-scheiden, wie ihre Verrichtungen selbst. Ebenso wenn einige vorzüg-licher und als Ziel anderer Verrichtungen hervortreten, so wird dasselbeVerhalten anch jeden der Thcile treffen, denen dergleichen Verrichtungenangehören. Drittens endlich, wenn dieß so ist, so muß es noth-wendig so stattfinden. Zustände und Verrichtungen nenne ich aber:Entstehen, Wachsen, Begatten, Wachen, Schlafen, Gehen undwas sonst Aehnliches den Thieren zukommt. Theilc aber nenne ich:Nase, Augen und das ganze Gesicht, von denen man einzelne auchGlieder nennt ^). Ebenso bei den übrigen. Und nunmehr mögen
Vgl. Ilist. an. I, l.