Anmerkungen.
423
Verfasser in seiner späteren Umarbeitung nnr sieben „compacte Gruppen organischabgeschlossener, wesentlich von einander verschiedener Völkerschaften" (Deutsche, Cecho-slaven, Magyaren, Südflaven, Polno-Rnthenen, Romanen, Italiener) annimmt, die als„freie National-Personen, dort wo sie eine Masse bilden, als ein Ganzes zu betrachtensind", und deren jeder man „um einen dauernden Frieden zwischen ihnen herznstellen,erlauben muß, einen Herd ihrer nationalen Entwicklung zn l aben".
180) S. 260. Treffender hat niemand die Nnhaltbarkeit des Systems einer „Ab-rundung der Nationalitäten, wie cs pedantische Antiquare und Linguisten sich denken",charakteristrt als Julius Fröbel in seinem „Wien Deutschland und Europa" S. 9.f.: „Wie nun wenn ein Land von zwei Racen so bewohnt ist, daß selbst ein PosenerGränz-Commissär an einer Theilnng verzweifeln müßte? Will der Fanatiker desRacen-Princips consequent sein, selbst Städte und Dörfer theilen und das Systemsonverainer Jndcngassen und Zigcnnerviertel entfuhren? Oder will er inconseqnentsein, ein faktisches Tcrritorialrecht annehmen, oder gewisse legitimirende Erfordernisseder Mcnschenzahl oder der Cnltnr voranssetzen, oder vielleicht gar in letzter Instanzan das Recht des Stärker» appcllircn?"
181) S. 260. Siehe z. B. den Artikel: „8nI1s scmseAneniis loxislrs clsl prin-sipio äi immormlitä. stnto proelairiato In Austria." eines gewissen Giamb. Zanni nians Bellnno im „älsssn^Iers tirolsss" Nr. 112 v. 18. November: „O^nl lln^nn Lnn ss^no renls <1s1 enrnttsre ckiverso 6 proprio nck o^ni Asnte cito In man»ä'lädlo soolpivn SN tntts 1s krönt!/ 0ANI lin^nn s NN vessillo cl'iirtess. kra tnttiguslli oüs Ilt knvsllnno, II gnnls ^1i näunn in nnn nssoeinrione, oostitusnts nszciiss^no srsntivo n» popolo n sä. (jiiesta inclivicinniitä originale ci'o^ni nnLioneporta, in Areinbo il priino oorrollnrio, «Irs o°mi na^ions s si^norn cii ss; s portn> onss^nsntomsnts il soooncio, slrs vAni nnriions s nntonomn, oioö Ilbern s prinii-^enia nntrios cki tnt i Ali oräini <li ^ovsrno so' cpm.II Intencls s stim» nstoprnäents sä ntils cii ro^xsre In proprin vita" eso.
182) S. 261. Sehr scharf findet sich dieser Grundsatz in einem „Gebictsrecht undRationalität" überschriebcnen Artikel des „Österr. Corr." vom 10. oder 11. December1848 zergliedert, wo bezüglich der von den Serben angesprochenen Woiwodschaftdie Frage:
,jOb die Serben deswegen ihres rechtmäßig erworbenen Gebietes und Vater-landes verlustig werden sollten, weil sich gegenwärtig auch andere Nationalitätenhie und da befinden?" —
erörtert und dahin beantwortet wird, daß man sich in der „Application der Nationa-lität ans das Gebictsrecht zu gewissen Conceffioncn hcrbeilafsen" müsse; und zwar„Erstens: Man darf nicht bloß die überwiegende Nationalität als Erwerbstitel betrach-ten; denn auf diese Weise könnten morgen 600.000 Magyaren nach Wien kommenund kraft überlegener Zahl die Stadt für sich verlangen. Zweitens: Man darf auchbei dem von vornhinein bestehenden Rechte mit der Nationalität nicht krämern, d. i.dieselbe überall anffnchen und selbst die in kleineren Parcellcn vorfindigcn in Anspruchnehmen; denn ans diese Weise könnte man eine serbische Woiwodschaft bei Komorn,eine andere bei Ofen n. s. w. beanspruchen, weil da überall Serben wohnen. Drittens:Man kann auch nicht znlassen, daß größere Körperschaften, wie z. B. jene ganzenLänderstriche in Kroatien Slavonien und Dalmatien, die nnr von Serben bewohntfind, der Woiwodschaft cingeantwortet werden; denn da man der Gleichberechtigungund freien Entwickelung der Nationalitäten damit Genüge geleistet hat, daß man jederihr geeignetes Centrnm als den Schwerpunkt weiterer politischen Bewegung zugespro-