Anmerkungen.
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über die Trientcr Versammlung v. 28. November s. 11 LlensnAlers tirole«s bl. 117 v.30. Nopcmbcr, Nr. 120 und 121 v. 7. n. 9. Dccembcr 1848. — Bon Seite der Nord-Tyroler und der Regierungspartei wurde die Mehrzahl der süd-tyrolischen Klagepnnktcals auf Mißverständniß beruhend, wo nicht völlig ungcgrüudct, zurückgewiescu — s. deneingehenden Artikel: „Zur Tyroler Frage" im Abendblatt des „Lloyd" Nr. 300 v. 30.Der. 1848 bis Nr. 4. vom 3. Jänner 1849 Morgenblatt—. Manches aber wurde alsFehlgriff oder Unbilligkeit zugegeben und Abhilfe versprochen. Daß das InnsbruckerGnberninm Süd-Tyrol zu wenig kannte und beachtete, sei ebenso unbestreitbar als diebisherige ungenügende Vertretung der beiden italienischen Kreise im Tyroler Landtage;allein das Bcdürfniß einer durchgreifenden Reform der Volksvertretung sei ja nichtbloß allgemein zngestanden, sondern von dem durch Vertrauensmänner verstärkten Landtaggeradezu in Aussicht genommen; es seien von dieser Seite versöhnliche einladende Schrittegemacht worden, die aber in Süd-Tyrol nichts als schroffe und beharrliche Zurückweisungerfahren hätten. Wenn die Wälsch - Tyroler in den deutschen Landeskreiseu wenigerAnstellung fänden, so sei nnr ihre sprachliche Absonderung Schuld daran, da sic ihreSöhne meist an italienische Universitäten schickten und selbst an den nicht-italienischendie Erlernung der deutschen Sprache versäumen ließen; in Süd-Tyrol dagegen fändendie Eingcbornen nicht nnr viel zahlreichere Bedienstung, sondern machten auch viel ra-schere Carrierc als dieß in Nord-Tyrol der Fall sei. Letzterem sei zudem im Punkte derLandesvertheidigung von jeher der schwierigere Theil der Aufgabe z »gefallen, wie csauch in dem der Besteuerung gewiß nicht bevorzugt sei; während z. B. ans den frucht-baren Trientcr Kreis mit 203.400 Seelen 90.000 st. an Grundsteuer entfalle, zahlten die99000 Bewohner des steilen Pustcrthales um nicht viel weniger, nämlich 89.100 fl.Die politische und nationale Verirrung vieler Süd-Tyroler sei allerdings sehr zu be-dauern ; allein wenn eidbrüchige Soldaten Wätscher Regimenter kriegsrechtlich erschossenwerden, so könne man das doch nicht als politische Verfolgung und Vergießung italie-nischen Blutes bezeichnen n. s. w. (Siehe: „Die Nationalitüten-Frage in Tyrol" im„Journal d. österr. Lloyd" vom 1. und 2. Decembcr 1848, und vorzüglich den einge-henden Artikel: „Zur Tyroler Frage" im Abendblatt des „Lloyd" Ende Deccmber 1848und Anfang Jänner 1849). Als um Mitte December in den Bezirken von Wälsch-TyrolUnterschriften zu einer an das Ministerium gerichteten Petition „um Entfernung derdeutschen Beamten" eingetrieben wurden, fragte der „Bote von und für Tyrol undVorarlberg" Nr. 151 v. 28. Dec. 1848 S. 856 mit Grnud, ob sich wohl die Unter-fertiger dieser Bittschrift jener „ihrer Patriot! bewußt waren, die in andern Provinzenund selbst in Deutsch-Tyrol die angesehensten Stellen bekleiden", und ob sie bedachtendaß rücksichtlich derselben von jener Seite Reciprocität verlangt werden könnte; „beialler Spannung", hieß cs weiter, „die gegenwärtig zwischen den verschiedenen Nationa-litäten herrscht, war keine deutsche Provinz, kein anderer Landestheil so frech, die Ent-fernung der dort augcstellten Beamten wälsch-tyrolischer Abkunft zu verlangen". — Vondcntsch-tyrolischer Seite war mau übrigens nicht abgeneigt, den Wälsch-Tyrolern man-cherlei Zugeständnisse zu machen; nur dürfe die Einheit des Landes darunter nicht leiden,nicht ein Zoll tyrolischer Erde abgetrcnnt werden. „Es braucht Ernst und Versöhnlichkeit"sprach vr. Schüler im November-Landtag v. Innsbruck, „um diesen Zweck zu erreichen;der ernste Wille muß den Wälsch-Tyrolern gezeigt werden daß man in eine Trennüngnie cingehen werde, die Versöhnlichkeit aber, indem man ihren Beschwerden, so weit siegegründet sind, abhilft". Was nun diese Abhilfe betraf, so zeigte man sich innerhalbdes Landtags zu Zugeständnissen in administrativer Richtung weniger geneigt, alsaußerhalb desselben, wo Projekte mannigfaltiger Art auftauchten. Hier wollte Einer