Anmerkungen.
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wie wenn sie von den Türken die Stelle des Korans gelernt hätten: „Wer in derSchlacht fällt, stirbt sündlos: seine Wunden schimmern wie Purpur nnd duften wieMoschus am Tage des Gerichts". Auch im offenen Felde, so lang es nur ans Mnthnnd Kühnheit ankam, hielten sie sich wacker. Dabei fehlte es ihnen nicht an Fintennnd Kniffen mancher Art. Während eines Gefechtes bei Ecska (10. Juli) fuhr etwasabseits an der Straße eine Wagenrcihe ans, das Aufgebot der benachbarten GemeindenJdvor und Saknla, um aus ihren Kirchen-Mörsern dem Feinde Schrecken einznjagen.Der Streich blieb auch nicht ohne Folgen; mindestens dachte Kiß, in der Fronte nndin der linken Flanke sich angegriffen wähnend, schon ganz ernstlich an den Rückzugüber Becskerek nach Temcsvär. Inzwischen nahm das Gefecht eine unerwartete Wen-dung nnd nun kam es bei den Serben darauf an, andere Seiten zu entfalten als„acnten" Mnth nnd Hcldenstnn. „Die Ausdauer im Geschützfcucr", bemerkt treffendein Augenzeuge der serbischen Kämpfe (Skizze der Ereignisse an der untern Dona»;Wien 1852, Mauz; S. 45), „ist nur dem Soldaten rühmlich Vorbehalten, der vomImpuls der Ehre geleitet, von der Disciplin gezügelt wird." Während des Vormarschsgegen eine von Husaren bedeckte feindliche Batterie gingen die Anfangs geschlossenenKolonnen der Serben immer mehr in die Keilform über, die Reihen verwirrten sich,bald bildeten alle Abtheilnngcn ein wirres Durcheinander, die Tapfersten nnd Behen-desten aus allen Compagnien voran, die minder Herzhaften oder schlechter» Fußgeherrückwärts. Der Angriff mußte anfgegeben werden, oder vielmehr er gab sich von selbstans Das weite Feld war besäet mit Menschen einem wimmelnden Ameisenhaufengleich; nur an einem Punkte sah man einen Knänel dichter beisammen: es warendie Durstenden die sich um den einzigen Brunnen der Ebene drängten. Jn's Lagerkehrte jeder einzeln oder in kleineren Partien zurück. Als der Erzähler dieses Begeb-nisses am Abend aus Perlaß in's Lager znrückkam, „da schlief vom Kommandantenabwärts bis znm äußersten Vorposten alles wie hingeschlachtet; ein kräftiger Angriff,und im Banate ist die Bewegung der Serben im Entstehen erstickt" (Erlebnisse S. 27).Doch Kiß dachte an keinen Angriff, er war selbst froh die seinem Hauptquartier drohendeGefahr abgewendet zu haben. — Man hat vieles von der Grausamkeit der Serben gesprochen.Nun, daß es in der Hitze des Kampfes, bei Erstürmung von Orten n. dgl. nicht gelindhcrging, soll nicht geläugnet werden; war in gewöhnlichen Verhältnissen die Zuchtschwer zu handhaben, so war das in solchen Momenten fieberhafter Aufregung nochweniger möglich, nnd besonders denen ans dem Fürstenthum wurden arge Dinge nach-gesagt. Hingegen Fälle von kaltblütiger Grausamkeit nach dem Kampfe, von qualvollerTödtung Gefangener, von gesuchten Martern, wie solche im östlichen Nachbarlande leideroft genug vorkamen, wird man den Serben gegenüber kaum nachznweisen vermögen.
27 Sept
In seiner Ansprache an die Skupstina am g ' Oktobe r Rajaciä unter andern: „Vondiesem Kampfe kann ich der hochanschnlichen Versammlung niit Befriedigung berichten,daß, wie denselben unsere Feinde mit größter ja unerhörter Wildheit führen, in dem-selben Maße von unserer Seite Menschlichkeit geübt wird, so daß uns unsere Feindein keiner Weise vorwerfen können, daß wir auch nur einen ihrer Gefangenen mißhan-delt, geschweige denn getödtct haben; daher denn alles, was man in Zeitungen vonuns geschrieben hat und zn schreiben nicht aufhört, offenbare nnd grobe Lüge ist."So auch heißt es in den „Erlebnissen" S. 65 über Rajaciä: „Nicht ein einzigesTodesurtheil wurde unter seiner Leitung über einen Feindlichgestnnten ausgesprochenoder vollzogen, auch dann nicht, als der Gegner niit Unmenschlichkeit zn HundertenSerben durch Blntgerichte verurtheitte nnd somit gerechte Veranlassung zur Wiederver-