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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Anmerkungen.

sich die Tafel non der Masse auserlesener Gerichte, da flogen die Paare im Tanz. Alscs am 19. Angnst den Sturm ans Szent-Tamas galt, wurde Champagner in Be-reitschaft gehalten, den man unter dem Doppelthnrme der Hanptkirche ans das Wohldes Obcr-Cvmmandanten trinken wollte. Es kam bekanntlich nicht dazu, denn derSturm wurde abgeschlagen; aber am 21. September erfolgte ein neuer, die Ungarnwollten mittaghaltcn in Szent-Tamas und Abends einen Ball geben, wozu die Tänze-rinnen aus den benachbarten Orten in Fiakern dem Troß nachfnhrcn. Allein die flot-ten Damen mußten, wie einen Monat früher die eingekühlten Champagner-Flaschen, un-verrichteter Dinge wieder heim und Szent-Tamas galt von da im ungarischen Lagerfür einen uneinnehmbaren Punkt.Man glaubte an alles, au Minen und zahlreichesGeschütz, an dreifache höchst künstliche Wälle und unterirdische Gänge, und an vieleandere fabelhafte Einrichtungen, und nur zum kleineren Thcile an den bewunderungs-würdigen Muth seiner Vcrtheidigcr" (Erlebnisse S. 63). Und doch war Szent-Tamasgleich allen andern Vesten und Berschanznngcn der Serben nichts weniger als ein kunstvollesWerk: es war roh und ursprünglich wie die ganze Kriegskunst seiner Vcrtheidigcr. VonSüd durch den breiten Franzens-Canal, von Nord und Ost durch die tiefschlammigeKrivaja und Weingärten geschützt, lag nur die Westseite gegen Verbaß offen; hier wareine Erdbrustwchr aufgeworfen, bei weitem unter dem durch Befestigungs-Grundsätzevorgeschricbenen Maße. 2n dem Raum zwischen dieser und der Stadt standen dieBrettcrhüttcn der Besatzung, jedes Dach mit einer Lage Erde bedeckt und in einigerEntfernung von einander so daß, wenn eine in Flammen ansging, die andern nichtgroße Gefahr tiefen. Südlich vor der hölzernen über den Bäcer Canal führenden Brückesperrte ein Brückenkopf den Zugang ab; östlich vor der Stadt waren zwischen demCanal und dem Flüßchen einige Feldschanzen aufgeworfen. Aber im Norden jenseitsder Krivaja erhob sich ein von den Serben mit Hilfe eines jenerKünstler", die zuihrer Fertigkeit nnr im Wege der Überlieferung gelangen, anfgeführtcs Werk, 20»Schritt im Gevierte, eine Brustwehr mit tiefem Graben, davor abermals eine Brust-wehr mit einem zweiten Graben, tiefer aber schmäler als der erstere. Das war derberühmte Srbobran (Serbcnwehr);der Meister betrachtete mit Wohlgefallen diegclnngciic Arbeit, die Andern mit endloser Bewunderung; jede Beschreibung wäre nurein Schatten all der vortrefflichen Eigenschaften, die sowohl Berthcidigcr als Angreiferdiesem Wunderwerke andichteten". (Erlebnisse S. 5356, und der dem Buche unterNr. 1 angefügtcPlan von St. Tomasch nach der Natnr gezeichnet".) Im Juliwurde auch Alibnnar im Banat befestigt; außerdem hatten die Serben Lager bei Per-laß, Turja, änrng, Kaü n. a. Die letztgenannten standen insgcsammt näher oder ent-fernter von der Römcrschanze, einer in ihrer Haupt-Form aus den Zeiten desrömischen Pannoniens erhaltenen Brustwehr, Lei 3° hoch und 6° breit, die bei Kaö,Jarek, Temerin, Cnrng Öffnungen zur Unterhaltung des Verkehrs anfweist; von denCajkisten wurde dem etwas verfallenen Werke nachgeholfen, die äußere und innere Bö-schung steiler gemacht. Hinter dieser starken Brustwehr standen in gleichen Zwischenräumenvon einander Cajkistcn-Posten von 20 bis 30 Mann als Wachen; weiter rückwärtswaren die Lager, von denen Cnrng gleichsam den rechten, Kaü den linken Flügel bil-dete. In der Vertheidignng ihrer Lager entfalteten die Serben und Serbianer alljenen Opfermuth, jene Ausdauer und Tapferkeit, jene Poesie selbst, die sie von Kindes-beinen in den National-Gesängen ihrer Vorältern preisen hörten. Oder ist es nicht einpoetischer Zug, wenn Kapetan Janca, im Lager von Perlaß von einer Kugel getroffendie Umstehenden bittet seine Prepelica (Wachtel", sein Schlachtroß) zu tödten, damitsie nicht lebend dem Feind in die Hände falle? Gefahr und Tod galt ihnen da nichts,