384
Anmerkungen.
Gerichtshöfe der Christenheit, der Rots liom-um, deren Decau er jetzt ist, und vonwelcher Stelle er nur zum Cardinal befördert werden kann. Seine Schwester — miteinem Grafen aus der Provinz vermählt — wohnt bei dem Minister Muzzarekli, derungeachtet seiner violetten Strümpfe und einer Prälatur (da er nur die nieder» Weihenhat) jeden Augenblick heirathen kann. Er machte stets ein angenehmes Haus, und imletzten Carneval waren bei ihm jeden Dienstag und Freitag sehr besuchte Gesellschaftenaus Rom, der Provinz und der Fremde, in denen der Gehcimerath Neigebanr sich amhäufigsten befand. Hier wurden alle neuen politischen Ereignisse besprochen, hier lasmau die freifinnigsten Zeitungen Italiens, hier improvifirte Mafi, der Freund Canino's,über die Befreiung Italiens, hier trug der begeisterte dall' Ungaro seine Ritornclle vor,die bei den Corso-Fahrtcn des Karnevals ausgcworfcn wurden; hier dcklamirte diejunge Gräfin Contalamcffa ihre Dichtungen, welche die Italiener zur Tapferkeitmahnten; hier wurde im Chor die Hymne auf Pius IX. von den anwesenden schönenFrauen, Geistlichen, Officiereu ic. gesungen."
88) S. 107. „Llano kutti polvers e pntroäins!" Es folgt dann ein Segcn-sprnch ans de» Dolch, durch den die große That geschehen: „Lsneitstto II tuo puZnuIe,0 MIO popolo! Lßsti e il pNANulo eile Loilllo lasoio eoiititto üuo ult' elsa nslvvntro cket eorpulento Uranno, sieeliä ^I> Isos nsoir« I' aniinu pin^ns cku busso.bl^Ii o il pUAnalo elie tunte votte mi liberü ckullu opprossions, etie §11 strunieripavontuno uueoru clopo i Vesper! 8ie!l!uni, e tu eni msmeriu tu trubulLsr 31 tsr-rors II teckssco, runioelnuto sntlu miu terru tomburüu. 6Ioi1oso, onoruto, suntos beneclstto pUANuts, snt eui kerro stu ruppreso II sunAue ilei tirunni estinti, uspsvento se non u äoeninento tlsi vlvl" eeo. Den ganzen Wortlaut, s. „Luoeottu"V. S. 183—186. „In der ersten französischen Revolution begrüßte man freudigst dieGöttin Verunnft; aber unserem Jahrhundert war es Vorbehalten, den Dolch und denMeuchler zu vergöttern". Die römische Revolution ic. S. 124.
39) S. 107. Zur Ehre des römischen Richterstandes muß hier bemerkt werden,daß das Strafgericht nicht unterließ, sogleich seine Schritte z» machen und die neuenMinister des Innern und der Justiz um ihre Unterstützung anzugehen, daß den Ur-hebern des Mordes nachgeforscht werde; auch mehrere Abgeordnete verwendeten sichbei Galetti in gleichem Sinne. Allein es geschah nichts. Im Gcgcntheile Stcrbininahm sich der ihm bekannten Thätcr ganz besonders an, verschaffte ihnen einträglicheBeschäftigungen und sie selbst fanden bald keine Ursache mehr, ans ihrer That ein Ge-heimniß zu machen. Erst mehrere Jahre später erreichte sic ihr Verhängniß. „Der 13.und 16. November" S. 4 f. 143—149.
40) S. 108. So fiel auch jetzt der Vorschlag Bianchi-Giovini's hinsichtlich desPrinzen von Lcnchtcnberg. Als der Vcnetianer „Independente" in seiner Nr. 42 aufdiesen Vorschlag znrückkam, entstand am 23. November eine heftige Aufregung, dasGcschäfts-Local des Blattes wurde gestürmt, alle noch vorräthigen Blätter ergriffenund ans dem Marcus-Platze verbrannt. Der Venetianer „Circolo italiano" richteteam 25. November eine Adresse an die „dittucUiii Oittutori" mit dein Verlangen, dieVolksvertretung sobald als möglich cinzuberufen und von ihr die förmliche ZustimmungVenedigs zu der von der toscanischen Regierung vorgcschlagencn Costitnentc zu er-wirken. Rrweolta V. S. 198 f.
41) S. 109. Der Brief des Bischofs von Valence trug das Datum des 15. Octobcr1848; er findet sich abgcdruckt als Nr. 1 einer Sammlnng von 297 Briefen und Zu-schriften ans allen Thcilen der Welt, die unter dem Titel: „Der katholische Erdkreisan Papst Pius IX., da er von Rom stüchtig war", zu Neapel 1850 erschien. Wir