Mangel an Silbergeld in Österreich.
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Bauquicrö erhielten an hunderttausend Gulden in Silbcrzwanzigcrn, n»denen sic trotz Frachtgebühr, Versicherungs-Prämie re. bis zu 10 Pcrccntgewannen. Wer nach Österreich reiste wechselte sich erst in DeutschlandBanknoten zu niedrigem Preis, gab sic in Österreich zum vollen Werthcaus und brachte bei diesem Geschäfte oft seine ganzen Reisekosten herein^).So war bald Süddentschland mit österreichischen Thalern ZwanzigernZehnern re. überschwemmt, während man in Österreich schon November1848 selbst an Fünfern und Dreiern fühlbaren Mangel litt und einenleibhaftigen Silberzwanzigcr mit einer gewissen achtungsvollen Scheuanznsehen begann. Die Regierung gab eine neue Scheidemünze zu 6 kr.ans, allein auch das brachte keine dauernde Besserung.
Die nachthciligen Wirkungen des Gcldansfuhrverbotes äußerten sichbald allenthalben. Viele deutsche Kaufleute namentlich in Bayern be-gannen um der Störungen willen die es in ihre Geschäfte brachte, undder Verluste die sic dadurch erlitten, ihre Handelsverbindungen mitTriest zu lösen und sich Hamburg oder den holländischen Häfen zuzu-wenden. Nicht weniger litt darunter der Klcinverkehr im Jnlandc, unddie Gcwcrbs- und Handclswclt sah sich um so mehr genöthigt zu einerArt Selbsthilfe zu greifen, als mit der Zeit sogar das gewöhnlicheKupfcrgcld für den Bedarf nicht ausrcichte und derSpcculatiou anhcim-zufallen schien. Einzelne Fabrikanten und Handelsleute in den Industrie-Bezirken des nördlichen Böhmen machten zuerst den Versuch, unter ihreArbeiter und Kunden Papierzcichen zn 1, 2, 3, 5, 10 bis zu 20 Kreu-zern auszugcben, die ans den Credit der betreffenden Firma hin vonder ganzen Nachbarschaft ohne Anstand angenommen und weitcrgegebenwurden. Das Beispiel fand reißende Nachahmung nnd bald gab eskein größeres Geschäft in den gcwcrbrcicheren Gegenden von Böhmenund Mähren, das nicht seine eigenen Werthzcichen ausgab. Es wareine Zeit wo in Karlsbad derartiges Kleingeld aus Papier oder Kattun— denn auch das kam vor — von mehr als siebenzig Firmen cursirtc.Bald griffen Gastwirthc Gutsbesitzer u. dgl. zu demselben Mittel, jaselbst kleinere und größere Stadtgemcinden wußten sich zuletzt keinenandern Rath. Nachdem im Prager Stadtrath, um den Ausfall zu deckenden die Gemcindercntcn einerseits durch die Aufhebung des Untcrthänig-keitsbandcs, den Entgang von Taxen und Laudcmien, den geringer» Er-trag des Verzehrungssteuer-Zuschlages, andrerseits durch die erhöhtenAuslagen der Selbstverwaltung und die gesteigerten Ansprüche der Zeit-
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