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tri. 5. Einbuße geistiger und materieller Interessen.
mäßig Österreich von der Ungunst der materiellen Verhältnisse zu leiden.Der Umschwung der Dinge hatte, wie nicht ohne Grund bemerkt wurde,eigentlich nur einem einzigen Stande, freilich dem verbreitetsten und ingewisser Hinsicht wichtigsten, entschiedenen Vortheil gebracht: dem Bauern-stände durch die Lösung des Unterthänigkeits-Vcrbandes. Sonst überallhörte inan nur von Schaden und Verlusten, von Einbuße an Güternund Zuflüssen; vor allem aber der Gcwcrbs- und Handelsstand klagteüber Stockung oder völligen Stillstand der Geschäfte.
Eine Folge der gedrückten Zeitverhältnisse und dann wieder eineUrsache weiterer Verwirrung waren zumal die gestörten Geldvcrhältnisse.Mißtrauen in die öffentlichen Zustände und mäklerischc Umtriebe wirktenvon der zweiten Hälfte Mai 1848 zusammen, die klingende Münze ans demUmlaufe verschwinden zu machen; die Einen vergruben sie, die Andernrafften sic zusammen um damit Geschäfte zu treiben. Die Vcrwcchs-lungs-Cassen der Nationalbank sowohl in Wien als in den Landeshaupt-städten wurden fortwährend mit Barvorräthcn von Silbergcld dotirt,um sowohl den Bedürfnissen der Verwaltung als jenen des täglichenVerkehrs nach Kräften zu genügen. Allein habsüchtige Spccnlntionwußte diese Wohlthat in ihr Gcgenthcil zu verwandeln; jüdische undchristliche Wucherer bezahlten eigene Agenten, die sich zu den Einlösungs-Casscn drängten um das zur täglichen Auswechslung bestimmte Quantuman Silbergeld nicht unmittelbar, wie es die Bank beabsichtigte, unterdas Publicum gelangen zu lassen. Einen großen Anthcil an diesemSchacher hatte ohne Frage das Gcldausfuhrverbot, und cs zeigte sichauch hier wieder, wie sehr solche die freie Strömung des Handels undVerkehrs hindernde Maßregeln ihre Wirkung verfehlen. Es gab hundertWege das Verbot zu umgehen, und den Schaden hatten zuletzt nur deröffentliche Credit und die Regierung selbst. Die österreichischen Bank-noten waren in der vormärzlichen Zeit besonders in Süddentschland einwegen seiner Bequemlichkeit und Vertrauenswürdigkeit beliebtes Tausch-mittel; sic hatten mitunter ein Agio von 1 bis l'/y Proccnt. Daswandelte sich augenblicklich in das Widerspiel um, als mit dem Geld-ausfuhrverbot ans Österreich der ungehinderten Umwcchslnng des Papier-geldes Schranken gesetzt wurden; die Banknoten fielen immer tieferunter Pari. Nun bildeten sich eigene Versicherungs-Gesellschaften, dieSilbergeld ans Österreich gegen 2^ bis 3 Procent, Gold gegen 1^bis 2 Proccnt soviel man wollte über die Gränze schaffen. Frankfurter