Jagd- und Waldfrevel u. dgl.
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um die Waldeigcnthümcr gegen die Frevel, die ihnen bereits einenSchaden von mehreren Tausenden zugefügt hatten, in Schutz zu nehmen.Aus dem Salzbnrgischcn ertönte ein Wchruf nach dem andern und dasdringende Verlangen nach einem „zeitgemäß geordneten Forst- und Jagd»gesetz", weil die Übergriffe derart überhand nahmen daß die Bauern inmanchen Gegenden haufenweise in die kaiserlichen Waldungen zogen, aufdas Forst-Personale das sie daran hindern wollte scharfe Ladung gaben,die anfgcbotene gerichtliche Assistenz mit Gewalt vertrieben. Die Bergeund Schluchten Siebenbürgens widcrhallten von den Abschlägen derromanischen Bauern; Charles Boner erzählt von einem Gutsherrn, demdie Walachcn einen ganzen Eichwald niederhieben und das Holz weg-führten; wo sic an dem Fällen nicht genug hatten, brannten sie ganzeStrecken nieder. Ähnliches geschah in Kroatien, wo die Leute ohne jemandzu fragen ihr Borstenvieh in fremdes Gehölz trieben, beliebig Bäumein Gemeindebüschcn fällten, ganze Waldstücken abstocktcn. In vielen Ge-genden Posens Wcstphalens der Rheinland«: zogen vielköpfige Bandenbewaffnet in den Wald, füllten die schönsten Bäume und führten sie aufmitgebrachtcn Wagen fort, ohne daß die Behörden Macht besaßen demUnfug zu steuern, um so mehr als das gemeine Volk, wo vor seinenAugen ein gesetzliches Einschreiten versucht wurde, jederzeit die Parteider Übclthäter ergriff. Aus den Waldgegenden Thüringens wurde ge-klagt, die Regierungen müßten die strengsten Maßregeln ergreifen, wennDeutschlands Holzkammcr nicht für ein Jahrhundert zerstört werden solle.In der That war ein thatkräftigcs Einschreiten auch an andern Ortenzu wünschen, nicht bloß um größeren materiellen Schaden zu verhüten,sondern mehr noch um das gemeine Volk in seinen Abirrungen nicht nochweiter greifen zu lassen. Eine Art naturgemäßer Anschauung mag sichschwer darein finden, wie das Holz das von selbst im Walde wächst,der Hase und das Repphuhn die frei durch Feld und Flur streifen, ir-gend jcmands Sondcrcigcnthum sein können, und das erklärt wohl zu-meist die große Verbreitung welche die Excesse der eben besprochenenArt in den verschiedensten Ländern hatten. Allein nachgerade verblieb esnicht bei dieser ursprünglichen Anschauung, sondern die irregcführtcnLeute erklärten bald, die Mittelglieder wegwerfend, Wild und Holz über-haupt als herrenloses Gut, so daß sic selbst cingefriedetc Waldungennicht verschonten, Umzäunungen nicdcrbrachcn oder über Mauern inThicrgärten stiegen und niederhieben oder nicdcrschoßen was sie konnten.