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III. 2. Ursachen und Wirkungen.
nationaler Hinsicht, nur ein naheliegendes Beispiel zn wählen, an die Un-terdrückung des Elbslavcnthums, in Folge dessen der Kern des preußischenStaates seinen rein deutschen Charakter erhielt. In confessivucller Hin-sicht wnrde Spanien durch jahrhuudcrtlange unerbittliche Unterdrückungaller saraceuischcn jüdischen und häretischen Elemente zn einem rein ka-tholischen Staat nmgeschasfeu. Und was durch eine Politik, die sich ihresZieles und der dahin führenden Wege klar bewußt ist, in gesellschaftlicherHinsicht geleistet werden kann, zeigt die von Richelieu begonnene, vonseinen Nachfolgern fortgesetzte und unter den letzten Ludwigen vollendeteUmwandlung des altfrauzösischcu Dynastenthums in einen im Glanzedes Königsthrones sich sonnenden Hof- und Dienstadel. Niemand wirdbehaupten wollen, daß die innere Entwicklung und in Folge dessen auchdie äußeren Schicksale Preußens, Spaniens, Frankreichs den Verlauf,de» sic thatsächlich nahmen, auch daun genommen haben würden, wenndie Staatsknnst und Gesetzgebung dieser drei Reiche die nationalen con-fessioncllcn oder socialen Elemente, die sie auf ihrem Gebiete vorfandeuund mit ihren angcstrcbtcn Zielen unverträglich hielten, ihrem ungehin-derten Wachsthum überlassen Hütten, und es muß somit als außer Frageangenommen werden, daß künstliche Einwirkung die Verhältnisse und Zu-stände des Völkcrlcbens aus ihrem natürlichen Zuge heraus in nachhal-tiger Weise in eine geänderte Richtung zu leiten vermöge. Aber freilichwar solches jederzeit nur unter der dreifachen Bedingung zn erreichen:erstens daß die staatsmäunische und legislatorische Thätigkeit durch ciueentsprechend lange Zeit wirken konnten; zweitens daß diese Einwirkungin einer und derselben Richtung mit unerbittlicher Consequcuz fortge-setzt; und drittens daß nicht etwas eingesteckt wurde, was dem natürli-chen Entwicklungsgänge des Völkcrlcbens gerade znwidcrlicf. Wo derletzteren Forderung cntgegeugchandelt wird, da muß cs unausweichlichfrüher oder später zu einem Gegenstoß kommen, der nur um so gewaltigersein kann je unnatürlicher der bis dahin geübte Druck gewesen. Aberauch wo es der eine gewisse Richtung verfolgenden Regierung an der er-forderlichen Willenskraft und Folgcstrcngc gebricht; wo sic in ihremWollen und Thun schwankt; wo sic sich in der Ergreifung und Festhal-tuug der für ihren Zweck dienlichen Mittel unschlüssig schwach nachgiebigzeigt, kann cs nicht ausbleibcn, daß die zu bändigenden Elemente mit ge-gründeter Aussicht ans Erfolg eine Gelegenheit suchen ihrer gehemmtenEntfaltung Luft zu machen, und die erste Störung des Gleichgewichtes