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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Das Dmtschthum in der österreichischen Politik.

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keine gegen die andere künstlich bevorzugt, sondern alle ein ander gleich-gestellt, jeden Grund von Übcrhclmng und Anfeindung der Einen, vonNeid Mißgunst Haß der Andern benommen und sich allein ans denfreien edlen Wettkampf untereinander angewiesen sahen.

Was war gegen die unläugbaren Northeile einer solchen Veran-staltung von der andern Seite in die Wagschale zu legen? Eine Be-fürchtung, ein Bedenken und ein Zweifel. Doch waren Befürch-tung Bedenken und Zweifel gegründet? Mit nichtcn!

Die Befürchtung betraf den Panslavismus, beziehungsweise dierussische Ricsenmacht", der durch Freigebung der österreichischen Natio-nalitäten der Weg zumUniversal-Staate" gebahnt werden müsse.Allein selbst der deutsche Fröbcl meinte, daß ihr im Gegenthcile geradenur dadurch dieser Weg verschlossen werden könne '^). Und mit Recht!Denn war cs zu wundern, wenn im Vormärz die österreichischen Sla-ven vielfach zu Rußland hinneigtcn? Rußland war ihnen eine stamm-verwandte, eine sympathische Macht, was ihnen doch wahrhaftig dasdeutsche Österreich eben so wenig sein konnte als das magyarischeUngarn. Rußland nahm Interesse an ihren nationalen Bestrebungen,gegen die sich die österreichische Regierung gleichgiltig, das Magyaren-thum unverhohlen feindlich verhielt. Rußland half insbesondere denkirchlichen Bedürfnissen der glanbcnsverwandtcn Serben mit werkthätigcrBeihilfe ab, während im eigenen Lande die Bemühungen, sie gegen Nei-gung und alte Überlieferung zur Union hinübcrznzichcn, nie ganz auf-hörtcn°°b). Laßt euer exclusives Dcntschthnm, euer hegemones Magya-renthum fallen, werden sich dann die in eurer Mitte lebenden Slavenund Romanen als Fremde fühlen? Gönnt ihrem nationalen Aufschwungungehinderten Lauf, werden sie dann Anlaß finden, sich um einen aus-wärtigen Beschützer umzuschauen? Laßt ab von jeder Prosclytcn-Machereiin confcssioneller und ritueller Hinsicht, wird der slavische Orientalenöthig haben seinen weltlichen Schirmherrn jenseits der Gränzc zusuchen? Übrigens war die nationale Hinneigung der österreichischen Sla-vcn selbst unter den früheren gedrückten Verhältnissen von einem Ver-langen nach politischer Vereinigung mit Rußland sehr entschieden zutrennen. Der von Karl Havlicek's Gegnern oft berufene Ansspruch:Lieber die russische Knute als die deutsche Freiheit" war ein zu sicht-licher Erguß augenblicklicher Aufwallung des worthitzigcn Mannes, alsdaß man im Ernste darauf Gewicht legen konnte. Wer übrigens Hav-