Ein mittctciiropmschcS Riesmrcich.
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k. k. Hanptmann Möring, daß sich Österreich zuerst auf Grundlage desFödcrativ-Staatcs — „der eigentlich schon besteht, namentlich in der Stel-lung Böhmens zur Krone" — coustitnirc und dann als ungethciltcrStaat an Deutschland anschlicßc; das gäbe dann ein großes starkesfreies Mittel-Europa mit vier Meeren zur Gränze, Holland, Schweiz,Belgien, Dänemark und Scandinavicn, „ja selbst England die Handzum Bunde der germanischen Elemente reichend" Es gaben sich,nachdem man einmal in dieser Richtung war, wohl manche sanguinischeÜberschwänglichkeiten kund, über die man lächeln konnte, die man aberimmerhin als bedeutsame Wahrzeichen der Zeit gelten lassen mußte. Sodachte sich der Galiziancr Moriz Ritter von Ostrow eine Verei-nigung von „Posen, Ost- und West-Preußen, Italien, Ungarn sammtSiebenbürgen und' Galizien" mit Deutschland; das gäbe, meinte er,„eine Gesammt-Völkcrfamilic von 66 Millionen Staatsbürgern derintelligentesten und streitbarsten Nationen", und dieser Verein könnte noch fort-während wachsen und durch Aufnahme der Schweiz Belgiens und Hollands,„ohnehin alter Bcstandthcilc des deutschen Reiches", vergrößert werden.Die Vereinigung würde sich auf nichts mehr als „das Auswärtige, dieMarine, die Finanzen und das Kriegswesen" beziehen; der Zweck der-selben wäre eine wirksame Wehrkraft nach außen und die möglichsteSicherheit im Innern zum Bchufc ungehinderter Entfaltung jeder Artvon Nationalität E). Noch weiter als Ostrow ging in seinen Phan-tasien Graf Friedrich Deym, der vor den Versammelten der Paulskirchcdas Bild eines „mitteleuropäischen Nicscnreiches von sicbcnzig, wo mög-lich von achtzig oder hundert Millionen" entrollte, um gerüstet dazustchcn„gegen Osten und gegen Westen, gegen die slavischen und lateinischenVölker, den Engländern die Seehcrrschaft abznriugcn und das größtemächtigste Volk auf diesem Erdenrund zu werden" ....
Ja, es ist wahr, Österreich ist ein Staatengcfüge von ganz cigcn-thümlichem Gepräge. Aber noch cigcnthümlichcr als dieses Gepräge ist dieErscheinung, daß unsere Monarchie bis auf den heutigen Tag keinen leitendenStaatsmann zu besitzen das Glück hatte, der ihr Wesen zu erfassen und, wenner cs erfaßt, anstatt davor zurückzuschrcckcn oder daran zu verzweifeln, cs aus-zunützcn und zu dauerndem Heile anzuwcndcn verstanden oder auch nurversucht hätte. Jene Eigcuthümlichkcit des österreichischen Staates liegt be-kanntlich in der vielfach verschlungenen Racen-Mischnug seiner Bevölkerung,