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H. 8. Neugestaltung des mitteleuropäischen Staatcn-Systems.
sich von österreichischer wie von anßcr-östcrrcichischer Seite die Stimmen,die sich im gleichen Sinne anssprachcn und den Gedanken eines An-schlusses von Deutschland an das ungcthciltc Österreich in der verschie-densten Weise entwickelten. War man ans slavischcr Seite von alleinAnfang für nichts weiteres gestimmt, als was in Mühlfcld's Anträgelag, so waren cs die energischen Kundgebungen gegen die FrankfurterBeschlüsse ans dem Schoße des österreichischen Volkes, die, wie Dahl-mann geahnt zu haben schien, einen sichtlichen Umschwung in weitendeutschen Kreisen nach sich zogen Als Wclcker in der Sitzung vom30. November seine und Mosle's Sendung nach Wien besprach, gaber deutlich zu erkennen, daß nach den von ihnen gewonnenen Anschau-ungen die ZZ. 2 und 3 auf die Verhältnisse Österreichs unanwcndbarseien, daß in Österreich der Grundsatz der nationalen Gleichberechtigungimmer stärkere Anerkennung verlange und daß es nur ein völkerrecht-liches Bündniß sein könne, welches das Band zwischen Österreich undDeutschland zu knüpfen habe. Ungefähr um dieselbe Zeit trat derberühmte Verfasser von „Österreichs Zukunft", Baron Andrian, vonseinem Gesandtschaftsposten in London zurück und richtete ans diesemAnlässe an seine Wähler in Wiener-Neustadt ein Schreiben, worin erseine Überzeugung aussprach, „daß Österreich dem neuen deutschen Bundes-staate, wie er gegenwärtig in Frankfurt beabsichtigt wird, nicht angc-hörcn könne ohne einen politischen Selbstmord zu begehen, welcher ebenso für Österreich wie für Deutschland verderblich wäre"; zwischen Öster-reich und Deutschland könne nur ein staatcnbündliches Vcrhältniß beste-hen, für dessen Anfrechthaltnng und Jnswcrksctznng er ein von beidenSeiten zu gleichen Thcilen gebildetes permanentes Dircctorinm undperiodische Einberufung von Ausschüssen der deutschen wie der öster-reichischen National-Vcrsammlnng vorschlng. Von kroatischem Stand-punkte wollte Ostrozinski, dessen „Programm zur Constitnirung desösterreichischen Kaiscrstaatcs" bereits früher besprochen wurde, zuerst innerden Gränzcn der Monarchie eine „freie Confödcration aller Nationali-täten" durchgcführt und daran einen Anschluß des ganzen österreichischenStaates an Deutschland durch ein Schutz- und Trntzbündniß geknüpftwissen; ans solche Weise „würde das in offener Sec nun allen Stür-men prcisgcgcbcnc Staatsschisf Österreichs plötzlich in sichern Portgelangen und obendrein der Ballast zum politischen Gleichgewichte vonEuropa" werden. An OstrozinSki's Ideen anknnpfcnd verlangte auch der