Gagern und Miihlfeld.
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vermieden würden, davon schienen sie entweder keine rechte Vorstellungoder, es ausznsprechcn, nicht den rechten Muth zn haben. Miihlfeld Wal-es zuerst, der die Sache offenen Blickes in's Auge faßte und ihre Lösungin bestimmter Form hinstclltc: Anbahnung eines völkerrechtlichen Bünd-nisses zwischen dem geeinigten Österreich und dem zu einigenden Deutsch-land. Von allen Österreichern, die ritterlich und mit treuem Sinn ihreLanze für den Bestand ihres Vaterlandes einlcgtcn, war cs keiner derdie groß-österreichische Idee beredter, schwungvoller ansführte; und vonallen deutschen Männern insgcsammt war cs keiner der den Inhaltdessen, was seinen nicht-deutschen Landsleuten Noth that, klarer erfaßteund nachdrucksvollcr verlangte. „Ich halte dafür", so sprach er im Hin-blick ans die Zumnthungcn ausschließlichen Deutschthnms, „daß dasPrincip der exclusiven Nationalität nicht das einzige ist, worauf einStaat gegründet bestehen kann. Ich halte dafür, daß jenes Princip, dasvon der österreichischen Negierung, von dem österreichischen Reichstage,von den österreichischen Völkern ausgesprochen wurde, das Princip derGleichberechtigung der Nationalitäten eben ein solches ist worauf einStaat gegründet sein kann, und ich gestehe, daß, wenn ich die beidenPrincipe vergleiche, ich nicht einen Augenblick in Zweifel bin, dem Prin-cipe der Gleichberechtigung der Nationalitäten als dem edlcrn, größer»,der Humanität entsprechenderen, den Vorzug zn geben vor dem Principeder Ausschließung jener vom Staate, die nicht demselben Stamme ent-sprossen sind, nicht der nämlichen Race angehörcn, nicht die gleiche Sprachereden. Mag dann Österreich die deutsche Cnltur und Sitte nicht mehrnach dem Süden und Südosten tragen, aber die Freiheit wird das freieÖsterreich dorthin bringen, und um so sicherer, wenn es als Föderativ--Staat mit Gleichberechtigung der verschiedene» Nationalitäten besteht,wenn es den fremden Völkerschaften Freiheit ohne Herrschaft bringt".
Es wurde früher erzählt, wie Gagern in Folge seines Auftretensam 26. October daran war seine ganze Beliebtheit cinznbüßen, und wieer selbe nur dadurch wieder gewann daß er unmittelbar vor der Abstim-mung seinen Antrag znrückzog. So bekam auch Mühlfeld im Weiter-gang der Verhandlungen manches scharfe und bittere Wort darüber zuhören, daß er sich hcransgenommen anderer Meinung zu sein als dieMehrheit der Versammlung. Allein lang bevor cs zur zweiten Lesungder vielbcrufenen beiden Paragraphe kam, standen Gagern und Mühl-fcld mit ihrer Sondcrmeinnng nicht mehr vereinzelt da. Es mehrten