2ö8 II. 7- Nwioualc Älcichberechtl^img u. slaatir^chtlichc Föderation.
anfzurichten; nur dadurch könne der Nuthcue dem Terrorismus, unterdem er seufze, entrissen und ihm die Möglichkeit freier Entwicklung ge-boten werden". Unter dieser Voraussetzung wollten sich die Rnthcncn,im Hinblick auf den unter den bisherigen Verhältnissen zurückgebliebenenStand ihrer Sprache und Literatur, in ihrem Gebiete gern den vorlän-figcn Gebrauch der deutschen Sprache gefallen lassen, nimmermehr aberden der polnischen, die nur ein Mittel zur vollständigen Beseitigung derrnthcnischcn abgcbcn wttrde^)-
Daß die ungarischen Serben ein eigenes abgcgränztcs Territoriumunter dem Namen der serbischen Woiwodschaft für sich in Anspruch nahmen,wurde schon früher erzählt. Viel weiter, über die Gränzen ihres eigenenVolköstammcs hinaus, ginge» die Führer der Slovakcn in ihren Vor-schlägen. Sie verlangten die Absonderung aller Nationalitäten Ungarnsnach Sprachgränzcn mit besonder» National-Landtagcn, „damit die ma-gyarische Minorität nicht gezwungen wäre einer slovakischcn Majorität,und eine slovakische Minderheit der magyarischen Mehrheit zu dienen undsich zu ergeben". Auf dem gemeinschaftlichen Reichstage solle jede Na-tionalität als solche vertreten sein und ihre Muttersprache gebrauchen;das gegenseitige Vcrständniß hierzu vermitteln, aber auch sonst eine gegen-seitige Annäherung anznbahncn, sollten die ungarischen Comitatc Lehr-stellen der slovakischcn Sprache für die Magyaren, desgleichen die slova-kischcn Comitatc Lehrstellen der ungarischen Sprache für die Slave» er-richten. Jede Nation solle ihre eigenen Farben, die Slovakcn wciß-roth,die Magyaren wciß-roth-grün, jede ihre eigene Volkswchr mit Commandoin ihrer Muttersprache haben. Die naheliegende Frage, wie cs abermit den gleichfalls Ungarn angehörigcn Rnthcncn, Serbe», Romanenund Deutschen in ihrer Wechselseitigkeit zu den Magyaren gehalten seinsolle, ob jede dieser Nationen sich das Vcrständniß aller Sprachender andern zu verschaffen hätte, blieb in diesem Programme offenbarungelöst.
Solche Unklarheit des Gedankens und Verschwommenheit der Wünschegab sich auch vielfach ans dem Prager Slaventage kund. Nach seinemProgramme zerfiel derselbe sprachlich in drei Gruppen: die eechoslavischc,die polnisch-ruthcnischc (zu der sich auch die s. g. Wasser - Polakcn inSchlesien schlugen) und die südslavische (Slovcncn. Serben, Kroaten,Dalmatcn), während er in seinen an den Monarchen gestellten Petitions-Punkten die verschiedenen Stämme nicht nach ihrer sprachlichen Zusammen-