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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Pläne territorialer Scheidung nach Sprachgränzen.

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Seele, mit aller Entschiedenheit des Willens. Denn die Sympathien derVölker werden durch ihre großen Interessen, die Bedingungen ihres mensch-lichen und staatlichen Seins begründet, und all diese Interessen, diese Be-dingungen findet der österreichische Slave im Kaiscrstaatc vereinigt"

Natürlich hatten cs, die also sprachen und für die Erhaltung Öster-reichs znsammenstanden, nicht also gemeint, als ob sie auch die bisherigenZustände und Einrichtungen der Monarchie fortcrhaltcn wissen wollten.So weit ging ihre Sclbstverläugnnng keineswegs. Es waren nicht dieFleischtöpfe Ägyptens, nach denen sie sich zurücksehnten: es waren andereGeschirre und neue Köche, die sie ans und um den Herd gestellt zu sehenverlangten. Unter einem neuen Österreich hofften sic einer eben so glück-lichen und scgenbringcndcn Zukunft cntgcgcnzugehcn, als traurig und vcr-dcrbendrohcnd die Vergangenheit war, die sich ihnen an den Gedankendes früheren Österreich knüpfte. Wie aber dachten sie sich dieses neueÖsterreich, wo cs mit aller Hintansetzung, Verkürzung, Bedrückung einerNationalität durch die andere ein Ende haben sollte? Da gab es nunallerdings der Vorschläge und Pläne, auch wohl der Phantasien undTräume gar viel!

Das Nächstliegende schien Manchen s p r a ch l i ch - g c b i e t l i ch eScheidung. So verlangte der Verein der kärntnerischcn SlovenenTrennung des Landes in einen deutschen und einen slavischen Kreis. Eswar dieß eigentlich unrein Theil der weitcrgchcndcn Forderung: alle vonSlovenen bewohnten Gebiete, also Kram, das Görzische und Frianl,Istrien, den slovenischcn Theil Kärntens und die südliche Steiermark, zueinem politischen Ganzen unter dem Namen eines Königsrcichs Slovc-nicn mit Laibach als Hauptstadt und Regierungssitz zu verschmelzen^").

Auch von den Lembergcr Rnthcncn wurde das Verlangen einer Thci-lnng des Landes in das polnische West-, das ruthcnische Ost-Galizien unddie romanische Bukowina ausgesprochen und darüber besonders in dervom 19. bis 26. Octobcr abgehaltcnen Haupt-Versammlung der Natioa,ruslla unter Leitung des Domherrn Kuziemski, einstweiligen Vorstandesder jungen Anstalt, verhandelt. In einer an das kaiserliche Ministeriumdes Innern gerichteten Petition suchte man die Nothwendigkcit jener Thei-lnng aus nationalen wie politischen und administrativen Gründen nachzu-wcisen; cs sei dieß eine Lebensaufgabe der Ruthenen, dennnur dadurchkönne den Anschlägen der Polen ans diesen Landstrich ein Ende gemachtund ihnen die Aussicht benommen werden, ihre frühere Herrschaft wieder

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