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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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II. 6. Rcnetion des österreichischen Bewußtseins.

am allerwenigsten geneigt sein, durch Annahme einer schwächlichen illu-sorischen Personal-Union an die Stelle der altvcrerbtcn Rcnl-Vcrbindnngseiner Bcstandthcilc die Hand zur Selbstauslösung zu bieten" -c. Dagegenempfingen solche Abgeordnete der deutsch-österreichischen Gebiete, die fürdie KZ. 2 u. 3 gestimmt hatten, ans ihren Wahlkreisen Mißtrancns-Bc-zcigungen, wo nicht gar die Aufforderung ihre Mandate nicderzulcgcn,wie dich unter andern dem Vertreter von Klosterneuburg Eduard Bauern-schmid widerfuhr.Wir erwarten von Ihrer Ehrenhaftigkeit", hieß cs inder von 120 Wahlmännern Unterzeichneten Adresse,daß Sic bei derzweiten Lesung des NcichsverfassungSentwnrscs die allscitigcn Wünscheihrer Committcntcn für die Anfrcchthaltung der Integrität der österreichi-schen Monarchie gewissenhaft berücksichtigen und gegen die unbedingte An-nahme der ZZ. 2 und 3 protcstircn, widrigenfalls aber Ihr Mandat zu-rücklcgcn werden"""'").

Unverhohlener, um nicht zu sagen schonungsloser, als in diesenKundgebungen von officicllcm oder quasi-osficicllcm Charakter sprachsich im großen Publicum und in den bedeutendsten Journalen die allge-meine Meinung der österreichische» Deutschen ans. Die Bekanntwcrdnngder ZZ. 2 und 3 der beantragten deutschen Ncichövcrfassnng hatte dieanfängliche Begeisterung für Frankfurt nicht blos gründlich abgckühlt,sondern vielfach in ihr Gcgcntheil mngcwandclt. Man begann sich alsÖsterreicher zu fühlen. Alan empfand als Angehöriger eines großartigenStaatsganzen etwas beschämendes darin, sich als dienendes Werkzeugeinem national-politischen Tranmgcbilde, wie der Einheit des kleinstaatlichzerrissenen Deutschlands, hcrgcbcn zu wollen.Soll Österreich die Leitersein, worauf die Herren in Frankfurt die geträumte Höhe des Dcutsch-thnms erklettern möchten?!" Man verübelte cs den in die Panlskirchegesandten Vertretern, die sich hinrcißcn ließen, für die Annahmesounpraktischer Paragraphe" zu stimmen. Man ereiferte sich über jeneMaulschwützer, politischen Abenteurer, Marktschreier und unreifen Kna-ben", diedurch unlautere Einflüsse aus der Fremde geleitet" keine»Anstand nähmen, das wahre Interesse, die Ehre und Würde Österreichseinemschwnrzrothgoldencn Feldgcschrei" zum Opfer zu bringen. Manerinnerte die österreichischen Vcrthcidigcr der Frankfurter Beschlüsse, daßdie Ansichten, die sic von der Tribüne der Panlskirche vcrthcidigtcn, mitder wahren Meinung ihrer Wahlbezirke im Widerspruch stünden, daßsicdurch ihre unverzeihliche Handlungsweise" ihrem Vätcrlandc nur