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II. 6. Reaktion des österreichischen Bewußtseins.
Maße und in ganz unzweideutiger Weise werden. Denn verschwindendklein waren die Kundgebungen der zuvor beschriebenen Art gegen dieweitaus überwiegende Mehrheit Jener, die gegen den Versuch einer Zer-reißung Österreichs laute entschiedene und kräftige Verwahrung einlegten.Schon der Congreß zu Eger hatte unter den ihm cingcsandten Zuschriftenauch solche zu registrircn, welche, wie die von Neudck an der sächsischenGränze, ihren Protest gegen die ZZ. 2 und 3 der Reichsverfassung aus-sprachcn; und der Klagenfurter demokratische Verein mußte sich vomkärntnerischen Landcsausschnsse eine empfindliche Zurechtweisung gefallenlassen, indem sich letzterer „gegenüber seinen Committcntcn" verpflichtetfühlte, „entschieden zu erklären, daß jener Verein jedenfalls nur einesehr kleine abgesonderte Partei bilde, deren Gesinnungen und Ansichtenmit der durch die gewählten Volksvertreter ausgesprochenen Majoritätdurchaus in keinem Einklänge stehen". Im steirischen provisorischen Land-tage konnte zwar der Antrag, gegen die Frankfurter Beschlüsse Verwahrungeinzulegen, die Mehrheit der Stimmen nicht erringen —- 29 dafür, 48dagegen, 8. November —; einen um so glänzenderen Sieg dagegen erfochtTschabuschnigg mit gleichem Anträge im Ausschüsse des provisorischenLandtages von Klagenfurt, 5. Dcccmber, nachdem schon vierzehn Tagefrüher, 19. November, die dortigen Wahlmänner den Frankfurter Abge-ordneten ihres Landes, die am 27. Octobcr sämmtlich mit „nein" ge-stimmt, einhellig ihre laute Anerkennung votirt hatten. Die gleiche Ge-sinnung gab sich in den Wahlkreisen von Niedcrösterreich kund, wo man,eben erst aus den Banden der radikalen Gewaltherrschaft erlöst, wiederfreier anfzuathmen begann. Am 28. November fand in Molk eine Neu-wahl für die deutsche National-Versammlung statt, da sowohl der Abge-ordnete als dessen Stellvertreter ihre Vollmacht heimgesagt hatten. DerJustiziär Frölich ans Purgstall und Professor Or. Werner aus St. Pöltentraten als Bewerber um die erledigten Posten auf. Ersterer hob in seinerAnsprache hervor, daß jetzt den deutsch-österreichischen Wahlkörpcr» derschicklichste Anlaß gegeben sei, ans die Beschlüsse des Frankfurter Parla-ments eine kategorische jeden Zweifel beseitigende Antwort zu geben; letz-terer versprach, mit allen Kräften für den ungeschmälerten Bestand derMonarchie kämpfen zu wollen, und trug seinen Wählern die Rede vor,die er in dieser Richtung bei der zweiten Lesung des Reichsverfassungs-entwnrfcs in der PaulSkirchc zu halten gedenke. Das Ergebnis; derAbstimmung war unzweideutig: Werner wurde mit überwiegender Stim-