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II. 6. Reaction des österreichischen Bewußtseins.
Bewohner uns verachten? oder auf Italic», wo Kind und Greis in denRuf Morto ai ciustiuuncn? oder auf die Slavcn, deren
Übergriffe wir fürchten?!" Der Gcmcindcrath von Salzburg, von jenenFanatikern cingeschüchtcrt die auch den Octvberzng nach Wie» veran-staltet hatten, sprach in einer Adresse seine volle Zustimmung zu denFrankfurter Beschlüssen aus, und in gleichem Sinne erging aus demGastcincr Thalc ein Zuruf an die deutsche National - Versammlung:„Erhaltet die Thälcr, die Gauen Salzburgs, ja ganz Deutsch-Österreichsfür Deutschland! Gebt nicht zu, daß euch ein ungemischter rcindcutschcrVolksstamm verloren gehe! Laßt deutsche Macht und Einheit auf keinerleiWeise geschmälert werden! Gestattet nicht, daß für fremde Convcuicnzunsere und euere heiligsten Gefühle und Interessen geopfert werden".Auch der Klagenfurter Volksvercin glaubte sich herausuchmcn zu dürfen,„im Namen der großen Mehrheit der nach Vereinigung mit den deut-schen Stammgcuosscn strebenden Bewohner von Kärnten" seine „freudigeUnterwerfung unter die Beschlüsse des hohen Rcichsparlamcnts in Frank-furt" und die Überzeugung auszusprccheu, „daß nur jenes Recht undGesetz im deutschen Österreich gelten darf, das seine Männer als solcheserkennen". Derselbe Geist waltete im allgemeinen ans dem Eougrcsseder deutsch-böhmischen Vertrauensmänner zu Egcr. „Die Commission,,,sagte der Berichterstatter 4)r. Tcdcsco aus Prag in der Versammlungvom 23. November, „ging von der Ansicht aus, daß das FrankfurterParlament für die Angelegenheiten Deutschlands das höchste einzigeTribunal sei und daß ein jeder seiner Beschlüsse von Jedem, der sichDeutscher nennt, unbedingt angenommen werden müsse. Wir befindenuns in einem Dilemma: entweder wir schließen uns ganz an Austria auund lassen jede Verbindung mit Deutschland fahren, oder wir trennenuns von dem nicht-deutschen Österreich auf friedlichem Wege, so daßnoch immer ein gewisser Zusammenhang bleiben könnte z. B. Handel,Finanzen, Krieg. Ist aber Einer in dieser Versammlung, der sich nichtlieber von den ihm fremden Kroaten, Panduren, Italienern, Dalmati-nern, Walachcn trennen würde, als von seinen deutschen Stammesbrü-dern? Täuschen wir uns nicht, Österreich ist keine Großmacht mehr;Dänemark konnte cs mit Deutschland aufnchmcn, Österreich könnte csnicht. Man sagt, wir Deutschen seien der Kitt, der den Westen mitdem Osten verbindet; ich aber sage, ohne Deutschland sind wir nicht derKitt, sondern bloß der Staub, der mit den Füssen getreten wird.