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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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II. 5. Deleiiäki, ^nsU-ia.

Unantastbarkeit dieser Urkunde hat die Geschichte vielfach widerlegt. Woist die untrennbare Niederlande? Wo sind die Vorlande, wo die sechzehnschlesischen Fürstenthümer, für die alle die pragmatische Sanction gegolten?Die pragmatische Sanction ist ein Schild voll Löcher, die Hieb undStoß demjenigen »erstatten, der nach dem Geschützten greifen will." Überdie von der andern Seite mit Nachdruck betonte historische NothwcndigkeitÖsterreichs gingen sic mit frevelndem Spott hinweg.Man spricht von,vielfältigen Beziehungen*, von ,gemeinschaftlich vergossenem Blut' undhat noch mehr dergleichen mystische Phrasen der schwarzgelbcn Politikhier aufgctischt, um zu zeigen daß die österreichische Gesammt-Monarchieeine historische Nothweudigkcit sei. Was ist cS nun damit? Wenn Siedie Geschichte durchgehen, so werden Sie finden, daß man zur Hervor-bringnng der österreichischen Monarchie sich solcher Mittel bedient hat,die sich ans den Zeiten hcrschrcibcn, wo man über Menschen und Länderwie über Dinge verfügte" (I. N. Berger von Wien).Was die so-genannte Vorsehung betrifft, durch welche Österreich entstanden ist, sofinde ich diese Vorsehung nur in Hcirathcn", sagte Reiter von Prag; undEiscnmann meinte:Wenn die österreichische Monarchie durch die Vor-sehung geschaffen wurde, was würden Sic sagen, meine Herren, wennsie durch die Vorsehung wieder gestürzt wird?"Wir hören die treueAnhänglichkeit an unsere kaiserliche Dynastie, wir hören die Stimme tief-liegender geschichtlicher Erinnerungen au das gewaltige Österreich, unddiese verbieten das Band des Gesammtstaates zu locker»! Vor dem zer-setzenden Verstände wiegen Sympathien für Vergangenheit so wenig gegendas Bcdürfniß der Zukunft, wie ein abgelebter Greis gegen das Drängeneines Jünglings. Sympathien für Herrscherhäuser können, werden unddürfen keine Staaten bauen und ordnen; das werden hinfort nur dieInteressen und Bedürfnisse der Völker. Dynastische Interessen sind heutenur Fesseln von Glas, die zerspringen, wenn das Blut in den Völkernnur wärmer wird, vielmehr wenn cs siedend heiß wird und wallt imTnrpor(?) selbständigen Nationalgcftthls" (Giskra)'^). Und wohin laufees am Ende hinaus mit dieser Vorgeschichten Unantastbarkeit des Bestandesvon Gesanuntöstcrrcich?!Die Papierbesitzcr sind cs, die mit allerZähigkeit sich an den alten Zustand halten möchten, da sie fürchten, eineÄnderung in staatsrechtlicher Hinsicht könne auch ihre Papiere deplaciren.Diese nebst Beamten und Militär sind die wärmsten Patrioten für Groß-österreich im Sinne der alten Real-Union; sie fragen, was wird aus