Redner für die Auflösung des österr. Staatsvcrbaudes.
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wo cs ihren Neigungen znsagt, mit welchem Rechte wollen Sic danndie Slovcncn und Ccchcn ans dem deutschen Territorium bei sich behal-ten"? „Und glauben Sic denn", bemerkte Arncth, „wenn cs Ihnengelingen sollte, die deutsche Herrschaft durch Bajonette in den slavischcnBezirken Böhmens aufrecht zu erhalten, daß cs Ihnen auch gelingenwerde, die gesegnete Südstcicrmark, die slaoischcn Theilc von Kärnten,ganz Kram und das Land bis hinunter au die adriatischc Küste festzu halten?"
Doch was konnten alle diese ernsten besonnenen Vorstellungen ineiner Versammlung wirken, deren Mehrzahl ihre» Beschluß gefaßt hattenoch che es zur Berathnng kam? Das zeigte sich gleich in der erstenSitzung. Wenn die Redner für die Annahme der ZZ. 2 und 3 sprechendurften so lang sic wollten, wurden jene welche die österreichische Sacheverfochten in der unartigsten Weise unterbrochen, znm „Schluß" gerufenund durch so geräuschvolle Unruhe gestört, daß man ihre Worte kaumvernehmen konnte. Während der Vorträge von Fritsch, Arncth, Würthmußten Gagcrn und Simson die Versammlung wiederholt zur Ordnungverweisen; der zungenfertige Giskra dagegen sprach allein länger als jenedrei zusammcngcnonimcn, und als er von seinem Gegenstände abschweiftcund meinte, er werde „zu dieser Digression" wohl die Zustimmung derVersammlung haben, wurde ihm „Ja, ja!" zngerufcn. Dabei trugendie Redner dieser Partei eine Unkenntniß der österreichischen Verhältnisseund der der Durchführung ihrer Pläne cntgcgcnstchcndcn Hindernisse zurSchau, oder bekundeten einen jungenhaften Übermuth sich über alle Rück-sichten hinwegznsctzcn, die man belächeln konnte, wenn nicht das Bedauernübcrwog, eine Angelegenheit von so weit greifenden Folgen in solch schnöderWeise behandelt zu schcn'^). Gleich der erste Redner, Eiscnmann vonWürzburg, spöttelte über die pragmatische Sanction, „die erst vor vierWochen entdeckt worden" und die ihm vorkommc „wie der Hut einesTaschenspielers, der sich in zwanzigfachc Formen stellen läßt. So gehtes mit dieser pragmatischen Sanction, in der man alles findet was inanwill. Sie haben schon manches Pergament unter den Tisch geworfen",rief er der Versammlung zu; „warum wollen Sic dem österreichischennicht das gleiche Schicksal widerfahren lassen?" „Alles Pergament",ergänzte Giskra, „cs mag so alt wie die Menschheit sein, ist nur Hader-werk, wenn es die Interessen der Völker verletzt, es ist nur Fctzwcrk,wenn man damit Dynastcnrechte gegen Völkerrechte schirmen will. Die