Doppelseitiger Volkskampf in Siebenbürgen.
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waren es in Siebenbürgen die wilden Schaaren der Romanen auf Ver-einen und die nicht minder wilden Schaaren der Szekler auf der andernSeite, die gegen einander wütheten. Allerdings hatten die letzteren dabeiimmer den Vortheil, daß sich an ihre Spitze, da sie der ungarischenRegierung anhingen, mitunter Führer aus bessern Familien stellten, nondenen wohl manche die ganze Sache wie einen willkommenen Sport Hin-nahmen, aber jedenfalls an Gewandtheit und Schlagfertigkcit den un-gezügelten Massen des walachischen Aufgebots sich bedeutend überlegenzeigten. Ungefähr um dieselbe Zeit, da Urban im Norden Sieben-bürgens die Erhebung seiner Nomänen zu organisiren begann, erschienvom Pestcr Ministerium gesandt Ladislaus Berzenczei in seiner Heimat(Ende August); er hatte zunächst den Auftrag, unter seinen Stammes-genossen ein Reitergeschwader von 300 Köpfen, die nachmals s. g.Mcityäs-Husaren, znsammenzubringen Berzenczei aber schien seineAufgabe in anderer Richtung aufgefaßt zu haben und verlegte sich,während er das ihm anvertraute Werbgeschäft durch Andere betreibenließ, inehr auf das Agitiren, wobei ihm seine Bekanntschaft mit Landund Leuten und eine Art derber Beredsamkeit zu statten kam. Thatsacheist, daß seine Anwesenheit im Lande die Aufregung unter den Szeklcrnvermehrte und daß ihre verheerenden Züge in die von Walachen be-wohnten Gegenden einen neuen Aufschwung nahmen, was wieder Ver-geltungs-Acte von Seite der letzteren hervorricf. Überhaupt drückte derUmstand, daß der Kampf in Siebenbürgen Volkskrieg von beidenSeiten war, demselben jenes Gepräge unerhörter Wildheit und Un-mcnschlichkeit auf, dessen Spuren noch heute in der schaudernden Er-innerung des Landes nicht gänzlich verwischt sind. Es war das wieeiner jener Sclaven-Aufstände, deren die alte, oder jener Bauernkriege,deren die mittlere Geschichte so viele zu verzeichnen hatte, bei denen einfürchterlicher Vergeltungsact ans den andern folgt, so daß einer derkämpfenden Theile den andern überbietcn zu wollen scheint, was er anausgesuchter Rohheit und Grausamkeit mehr zu leisten vermöge. Dasind, was man im gewöhnlichen Leben als Mord und Todschlag, alsRaub und Brandstiftung verabscheut, vergleichsweise läßliche Vorgänge;da werden nicht einzelne Häuser oder Gehöfte, sondern auf einmal ganzeOrtschaften in Asche gelegt; da werden die Menschen in Masse hin-geschlachtct, und nicht rasch und einfach hingeschlachtct, sondern vorerstgefoltert und verstümmelt, ehe man ihnen den Garaus macht. Den
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