Die kaiserlichen Behörden nnd der serbische Aufstand. 190
Gränzcr wcigcrtcn sich gemeinschaftlich mit den griechischen Serben zukämpfen, und gingen unter einander Verbindungen ein, wodurch sic wiederdas Mißtrauen der Andern erregten. Dadurch kam es an einzelnen Ortenzu ernsten Auftritten. Als am 16 . Juli die serbischen Katholiken im Bräu-Hause von Mitrovic eine Bcrathung abhieltcn, rotteten sich die Griechenzusammen, stürmten das Gebäude und sprengten die Versammlung, wobeider Braumeister Guldi, Katholik, seinen Tod fand. Auch in Golubicc gabcs aus zufälligem Anlässe einen Conflict, der ein Menschenleben kostete.Man mußte zuletzt die katholischen Serben in eine eigene Abtheilung zu-sawmcnstcllcn, die unter Befehl des Hanptmanns Turina bei der Cerni-rnng von Pcterwardein verwendet wurde. Hiermit war dann die Sacheabgethan und weiter von Zwistigkeiten zwischen Katholiken und Griechenim serbischen Lager nichts mehr zu hören. Der Kamps gegen die Ma-gyaren und die von der Pester Regierung entsendeten Truppen wurde mitAusdauer fortgesetzt; der Aufstand nahm stets größere Verhältnisse an,und bald standen der untere Theil des Banates nnd der Bäcka, die Be-zirke des Pcterwardciner und dcutsch-banatcr Regiments, dann jener desscrbisch-banatcr mit Ausnahme der Umgebung von Wcißkirchcn, thatsäch-lich unter den Befehlen des Karloviccr National-Comitcs, dessen Absichtans nichts geringeres hinausging, als das ganze Gebiet der „Woiwod-schaft" in seine Macht zu bekommen.
Bon magyarischer Seite hat man sich stets Mühe gegeben, die Er-hebung der Serben und Romanen lediglich als eine Folge von Wienund Innsbruck aus gesponnener Ränke darznstellcn. Der Banns warihnen nichts als ein „Söldling der aristokratischen Rcactionscliquc", seinAuftreten die „Ausgeburt eines von der Camarilla geschmiedeten Com-plotts". Sic zu hören, hatte man es in Hofkrciscn verstanden, die Serben,die sich zu allen Zeiten „als treue Knechte der Wiener Regierung" er-wiesen, gegen das Pester Ministerium aufzustachcln; „slavischc nnd öster-reichische Emissäre" bearbeiteten die Gcmnthcr dieses „noch ungebildetenund bigotten Volkes". Für die Seele des „walachischen" Comitcs vonHcrmannstadt gaben sic den Procurator Barnncz (Barnntiu) aus; dieserselbst aber habe gar kein Nationalgcfühl besessen, sondern nur „unbedingtnach den Instructionen der Camarilla" gehandelt. Gegen Ende Augustwurde in Pest eine Adresse colportirt, von „mehreren Einwohnern derStadt Agram" an ihre „lieben Brüder Magyaren" gerichtet, worin bc-