Italiener und Slavcn in Dalmatien.
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schaffen. Auch das Gebiet von Cattaro, obgleich cs die Oberhoheit vonSan Marco anerkannte, befand sich in einer cigcnthümlichcn Stellung.Die kluge Handels-Republik wußte den politischen und militärischen Werthdieses Besitzes zu schätzen und that darum alles mögliche, sich das Ver-trauen und die Zuneigung der Bevölkerung zu erhalten. Es bezog fastkeine Stenern und nur geringe Gebühren ans dem Landstriche, derenErträgniß cs wieder für Zwecke desselben (Besoldung der Gcmcindcvor-stände u. dgl.) verwendete; nur Castelnnovo, das als erobertes Gebietgalt, zahlte ein mäßiges jährliches Pauschale. Für das übrige Gebiethatte Venedig nur einen Senator als „Estraordinario" in Cattaro undüberließ die Verwaltung der inncrn Angelegenheiten durchaus den Fami-lien der Nobili in der Stadt und der Knczcn (Conti) in den Land-gemeinden. Es verlangte keine Truppcnstellung; aber freiwillig leistetedie kriegerische Jugend Militärdienste, so oft cs die Umstände erheischten.
Als Dalmatien österreichisch wurde, änderten sich diese Verhältnissedurchaus. Die vcnctianischc Republik hatte selbst in den Gebieten deseigentlichen Dalmatien wenigstens etwas für die Bildung der slavischcnEinwohner gcthan; seit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts bestandenzwei katholische Scminaricn, in Zara und bei Almissa, wo in slavischcrSprache mit glagolitischer Schrift unterrichtet wurde. Unter der kaiser-lichen Regierung aber wurden beide Anstalten aufgehoben und ein Ccntral-Seminarinm in Zara trat an ihre Stelle, in welchem der Unterricht inder Muttersprache ganz vernachlässigt, jener in der slavischcn Kirchcn-sprachc ans ein geringstes Ausmaß beschränkt, sonst nur lateinisch vor-gctragcn wurde. Ähnliches galt von dem griechischen Clcrus, dessen Ritusvon Seite Venedigs schon wegen des Einflusses ans die stammverwandtenNachbarvölker in den türkischen Provinzen wohlbedacht geschont wurde;auch trug man Sorge, daß die für den griechisch-orientalischen Cnltusbcnöthigtcn Kirchenbücher in Venedig gedruckt wurden. Unter der öster-reichischen Verwaltung wurde das vernachlässigt und den griechisch-orien-talischen Gemeinden Anlaß gegeben, nach Rußland um Abhilfe zu blicken,die ihnen denn auch von dorther bei jeden: gegebenen Anlasse in frei-gebiger Weise znthcil wurde. Im ganzen Lande gab cs von jeher sehrwenige Landschulen, slavischc gar keine, und wurde ans solche Weiseunter der deutschen Regierung Österreichs den: wülschcn Element einÜbergewicht in die Hände gespielt, das cs in diesem Maße selbst zurZeit der italienischen Herrschaft Venedigs nicht besessen. Die Gebiete