Umsichgreifen des wälschen Elements in Snd-Tyrol.
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die sich im Punkte der Sprache einer Schonung zn erfreuen hatten, diemitunter in völlige Außerachtlassung anderweitig gebotener Vorsichten aus-artctc. Daß man in dem bis auf geringe Bruchthcilc der Bevölkerungdurchaus italienischen Doppel-Königreiche zwischen dem Ticino und derAdria Verwaltung und Gcrechtigkcitspflcgc, Unterricht und Schule durch-aus auf italienischen Fuß setzte, war kaum zu umgehen, wenn gleich auchhier, im Interesse des in den andern Thcilen der Monarchie herrschendenSystems, für Kcnntniß und Pflege der allgemeinen Rcichssprachc mehrund besseres geschehen konnte, als thatsächlich geschah. Allein mau thatnoch mehr: man ließ das walschc Element auch in den Nachbargebietcnin einer Weise um sich greifen, die selbst ans Rechnung des so sehr be-günstigten deutschen ging. Während in den Sette und Trcdici Communiunter vcnetianischcr Herrschaft die deutschen Elemente, die sich in ihremabgeschiedenen Umkreise Jahrhunderte hindurch erhalten hatten, gewahrtund geschont wurden, ließ sic die kaiserliche Regierung mehr und mehr derJtalicnisirung anhcimfallcn. Dasselbe geschah, nur in größerem Maß-stabc, in Süd-Tyrol. Es ist noch nicht so lange her, wo die italienischeSprache au der Gränzc des Tricntcr Kreises anfiug, die Gegend vonSalurn, Ncumarkt, Lcifcrs und das anliegende rechte Etschgelände, dieGegend von Tcrlan, Bürgstall und Gorgoza ausschließcnd deutsche Be-völkerung besaß; wo selbst jenseits dieser Grenze Sitten und Begriffevielfach deutschen Anstrich hatten, deutsche Ausdrücke und Wendungen fort-während im Gespräche auftauchten, deutsche Orts- und Familicn-Namenden germanischen Ursprung vcrricthcn; wo man von Trient, Novcrcdound Riva die Knaben der Bürgerfamilien zur Erlernung der deutschenSprache nach Bozen, Meran und Brixen in Tausch sandte, die höhereGesellschaft in den Salons von Trient durchaus deutsch sprach, deutschePrälaten den Stab des heiligen Vigilius führten und deutsche Gcucral-vicarc ihnen zur Seite standen; wo mau endlich stolz daraus war zumdeutschen Kaiserreiche zu gehören und sich des Namens eines Tyrolcrsrühmte. Das alles jedoch wurde im Hingang der Jahre verwischt, undwenn auch natürliche Verhältnisse des Verkehrs und der Bewegung derBevölkerung großen Anthcil au dem Nordwärtsdringen des wälschen Ele-mentes hatten, so war doch die österreichische Regierung von dem Vor-würfe nicht frei zu sprechen, durch unkluges Gebühren diesen Proccß be-deutend gefördert zu haben. Wenn das italienische Element keinen Anlaßunbeachtet ließ, im Gefolge seiner sich ausbrcitcndcn Ansiedler auf Schule