Wiedercrwachcn der böhm. Sprache und Literatur.
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günstigeren Verhältnisse, die Negierung weit davon entfernt war mit ihrenpolnischen Untcrthanen „fertig" zn sein, die vielmehr, so oft cs sich im nahenKönigreiche regte, ihre nationale Existenz in ganz unzweideutiger Weisefühlbar machten nnd bis auf den heutigen Tag fühlbar machen ^).Wenn man dann weiter den österreichischen Nationalitäten gegenüber-fortwährend auf das Übergewicht der deutschen Bildung pochte, sodurften crstcrc doch wohl anführcn, daß ja seit mehr als einem halbenJahrhundert für deutsche Schule und Erziehung alles geschehen sei,für die anderssprachige dagegen, den Unterricht in den untersten Dorf-schulen ausgenommen, so viel wie nichts, nnd daß daher unter solchenUmstünden nicht von thatsächlicher Bildung, die bei den nicht-deutschenNationalitäten geradezu vernachlässigt nnd verabsäumt worden, sondernnur von Bildungsfähigkcit die Ncdc sein könne, in welcher Hin-sicht keiner der österreichischen Volköstümmc dem deutschen nachstehc.Übcrdicß war nicht zn verkennen, daß die Wortführer der herrschendenNationalität bei ihrem Wettstreit mit de» Andern sich die Sache etwasgar leicht machten. Denn wenn sic den ganzen Vicrzig-Millioncn-Stamm*)der in und außer Österreich wohnenden Deutschen in die eine Wag-schale legten, und dagegen- z. B. die vier Millionen *) Ecchoslavcn in dieandere, so mußte wohl die letztere federleicht in die Höhe schnellen.Wandte man hingegen jenen Maßstab an, den man allein als billig undrichtig gelten lassen kann: wie viel Männer hatten dann, trotz ihrerÜberzahl gegen die böhmisch-mährischen Slavcn, die österreichischenDeutschen aufznweiscn, welche sic an Historikern einem Palackh, anSprachforschern einem Dobrowskl) und Safarik, an bahnbrechenden Na-turforschern einem Purkyne, Skoda nnd Rokitanskh cntgcgenziisctzcnvermochten?
Allerdings hatten diese und zahllose andere Männer slavischcr Ab-kunft ihre geistige Ausbildung mehr oder minder deutscher Sprache nndSchule zu verdanken, weil eben Lehranstalten in ihrer Muttersprachedamals nicht bestanden. Allein schon gaben sich in Böhmen und Mährenunzweideutige Wahrzeichen einer langsamen, aber stetig fortschreitenden
*) Es werden hier überall nnr große runde Ziffern angesctzt nnd zwar erstensmit Rücksicht ans die Verhältnisse vor 1848, nnd zweitens mit Ausschluß dernngnrischcn Länder, von deren Nationalitäts-Zuständen im folgenden Abschnittdie Rede sein wird.