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I. 14. Revolution und Freiheit.
Wenn aber die Parteien einander in solcher Weise gegenüber standen,dann war es ganz einfach eine Machtfrage um die eS sich handelte,und in diesem Sinne wurde denn auch von den damaligen Gewalthabern,und das waren die Männer der rcpublicanischcn Richtung, die Sache >praktisch aufgcfaßt und behandelt. Nur hätten sie das offen eingcstchensollen, anstatt ein heuchlerisches Blendwerk mit Grundsätzen vorznhaltcn,die von ihnen dem Scheine nach befolgt, in Wahrheit aber mit Füßengetreten wurden. Sie bestanden auf der Aufrcchthaltung der Republik,nicht weil diese der allgemeine Volkswille Frankreichs oder auch nurder Mehrheit der Franzosen war; sie waren sich vielmehr bewußt, daßdas Gcgcntheil davon stattfand. Sic bestanden darauf, weil sic dieseRcgicrnngsform für die beste hielten, weil ihnen dieselbe am meistenzusagte, thcilweise auch weil sic ihnen die meisten persönlichen Vortheilcbrachte. Selbst Cavaignac, vielleicht der aufrichtigste von allen, schien,wie Normanby bemerken wollte, in seinem Innern überzeugt daß dieMehrheit des Landes nicht republicanisch sei, aber er betrachtete cs alsseinen Berns sic republicanisch zu machen. Lamartine erkannte sehr wohl,daß Louis Napoleon „von allen Mitgliedern der verbannten Dynastiejener sei, den die Volksgunst am meiste» auszcichnc" ^'), und eben da-rum erblickte er in ihm das größte Hindernis' das man beseitigen müsse.
Also ein vorgeblich aus dem Volkswillcn hcrvorgcgangcncS und auf diesensich stützendes Gouvernement glaubte einen politischen Charakter deshalbauöschlicßcn zu dürfen, weil sich der Volkswillc für ihn anssprcchcu könne!
Allein es waren den Koryphäen der Revolution noch viel stärkereVorwürfe zu machen. Nicht bloß daß sic in ihrem Verhalten, in ihrenZielen und Bestrebungen den von ihnen selbst an die Spitze gestelltenGrundsätzen untreu wurden; sic scheuten sich auch nicht, zur Durchführungihrer Absichten Mittel in Anwendung zu bringen, deren Gebrauch sicfrüher dem von ihnen verrufenen „Polizeistaat" gewaltig verübelt hatten.
Von den Angriffen, welche constitutioncllc Negierungen zu allen Zeiten vonden Banken der Opposition über sich ergehen lassen mußten, waren keinehäufiger und heftiger, als die wegen Anwendung unerlaubter Mittel zurBccinflußnng der Wahlen; aber die revolutionären Gewalten des Jahres1848 gingen in diesem Punkte nicht nur in derselben Weise vor, sie ^trieben cs mitunter noch viel ärger. Ein Beispiel davon lieferten dieNovember-Wahlen in Toscana unter dem Walten des demokratischenMinisteriums Moutanelli-Guerazzi. Bei den Wahlen im Frühjahr hatten