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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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Volksherrschaft gegen den Volkswillen.

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soviel als möglich hinauszuschieben, um in der Zwischenzeitdie Erziehungder Massen zu vervollständigen" Es befanden sich also diejenigen,die sich für die Führer des Volkes ansgabcn, in von ihnen selbst erkanntemund eingestandencm Widerspruche mit der Meinung und dem Willen derMehrheit des Volkes, folglich in offenem Widerspruch mit ihrer eigenenans eben dieser Grundlage der allgemeinen Willcnsmcinnng anfgebantenTheorie; denn conscquent mit dieser Theorie durften nicht sic den Volks-ivillcn nach ihrem Ermessen ummodcln, sondern mußten sic ihr Ermessen demVolkswillen anpasscn und sich nach diesem richten- Sic kamen damit aber zu-gleich in offenen Widerspruch mit ihrem eigenen früheren Vorgehen. Zu-erst waren sie zu den niedersten Volks-Classcn, auf die untersten Stufender Bildung hinabgcsticgcn; denn da allein, hatten sic gesagt, ist ein ge-sundes Urtheil zu finden. Nun aber das Urthcil anders ausgefallenwar als sie gehofft und erwartet hatten, hieß es wieder: nicht ans diegroße Masse des Volkes die selbst erst der Belehrung bedarf, sondernauf die erleuchteten Führer komme alles an, die das Volk über desseneigenes Beste aufznklärcn, cs dafür hcranznbildcn haben. Mit dieser Deu-tung aber hatten die Demokraten vollends ihren Standpunkt verrückt.Denn war damit zugegeben, daß die Masse der Bevölkerung als solche,worüber die gcscheidtcsten Leute aller Länder von jeher einig waren, dasunselbständigste und urtheilsloscste Geschöpf ans Gottes Erdboden ist;blieb die Sache, wie sich gebührt und geziemt, den freien und klarenGeistern, den Tonangcbern und Wortführern anhcimgcstcllt, von denendieser die eine, jener eine andere Meinung hat und vertritt: woher wollten danndie Demokraten und Socialistcn, die Republicancr und Revolutionäreihre Allein - Berechtigung herleitcn, die Masse der Bevölkerung geradenur für jene Meinung hcranznbildcn die sie für die richtige hielten, demVolke gerade nur jene Art von Wohl und Heil aufzudringcn das sieals das wahre ausgedacht hatten? Mußte, die Frage ans diesen Punktgestellt, die Meinung und Ansicht eines Tocqnevillc nicht jedenfalls ebenso schwer wiegen als die eines Raspail, oder die eines Thiers nicht ebenso viel gelten als die eines Louis Blanc, oder die eines Berryer nichtin gleicher Linie stehen mit der eines Pierre Leronx? Und konnten darumdie Herren Tocguevillc, Thiers, Bcrrhcr nicht mindestens ebenso gutAnspruch darauf erheben, die Bevölkerung im Sinne ihrer Meinungund Ansicht heranzuziehen, als die Herren Raspail, Louis Blaue, PierreLeronx im Sinne der ihrigen?