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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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l. 14. Revolution und Freiheit.

WLM--:

' den ausgesprochenen Wunsch und Willen des Demos! Doch es war

dieß keine Selbst-Ironie, mindestens keine bewußte und willkürliche; dieLeute meinten cs in vollem Ernst, und cs war in der That von cigen-thnmlichem Interesse, die allerhand Wendungen und Drehungen zubeobachten, die sic machten um mit ihren Grundsätzen gegen ihreGrundsätze zu kämpfen. Wo sie im Parlament gegen die Mehrheit nichtdurchdrungen konnten, da riefen sic, wie Bioland in Wien und d'Esterin Berlin:Hinter der Minorität des Reichstags steht die Majoritätdes Volks!" Nun mußte man doch eines von beiden gelten lassen: Ent-weder die gesetzlich gewählten Vertreter des Volks waren was sie hießen ;dann waren auch sic allein berufen, nach den Grundsätzen parlamenta-rischer Bcrathnng und Abstimmung im Namen des Volkes zu entscheiden,und es war geradezu unconstitutioncllcs Gcbahren, in den Clubs zu ver-dammen was im Hause sanctionirt worden war. Oder man gab nichtzu, daß die verfassungsmäßigen Vcrtrctungskörpcr wirklich und wahrhaftwaren wofür sie galten: was und wozu waren sic dann? In diesemFalle blieb nichts übrig als ehrlich und einfach das allgemeine Stimm-recht zu proclamircn, die Einrichtungen des elastischen Alterthums her-vorzusuchcn, das Volk in allgemeinen Comiticn sich versammeln undseinen Willen anSsprcchcn zu lassen.

s> Allein dadurch wurde die Sache nicht besser. Die Häupter der radi-

4 calcn Partei wußten sehr wohl, daß sie, wenn es zur Äußerung des all-

. gemeinen Willens käme, immer einen gefährlichen Thcil der Bevölkerung

gegen sich haben würden. Die Einen sahen diesen widerstrebenden Theilin den Gebildeten, und mit diesen müßte, meinten sic, früher aufge-räumt werden; die Andern erblickten ihn in den Ungebildeten, denen dahervorerst Belehrung zu Hilfe kommen müsse. Die deutschen Demokratenschienen mehr der erster» Meinung zu huldigen. Dowiat in Berlin legtealles Unglück und Unheil derfeigen Bürgerschaft der Hauptstadt" zurLast,die ihre Waffen mir gegen die revolutionären Arbeiter zu gebrau-chen wisse", und Edgar Bauer meinte geradezu,daß die Bourgeoisieerst in's tiefste Elend gebracht werden müsse, bevor an wahre Freiheitzu denken sei". Die französischen Demokraten aber waren der andernAnsicht; sic klagten über dietiefe Unwissenheit und sittliche Trägheit"worein die Landbezirkc Frankreichs versunken seien, und über dienume-rische Überlegenheit der unwissenden Bauernschaft über die aufgeklärteStadtbcvölkerung", und meinten cs sei daher nothwendig die Wahlen