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I. 10. Der 15. und 16. Rovcmbcr in Rom.
raum, der früher mehr als tausend Personen faßte, so weit beschränken,daß darin wenig über hundert Platz hatten; eine Maßregel, die seineFeinde nicht lässig waren gleichfalls in sein Sündenregister einzntragcn.
So kam der 15. November heran. Rosst fand sich im Qnirinalbeim Papste ein. Beim Fortgehen sagte ihm dieser: „Graf, seien Sic
ans Ihrer Hut; Ihre Feinde sind zahlreich und zu jeder schwarzen Thataufgelegt." Rossi erwicdcrte: „„Meine Feinde sind feig; ich fürchte sicnicht."" Auch der Prälat Morini warnte ihn; er habe aus sicherer Quelleerfahren, die Verschworenen würden ihn nicht lebendig in die Kammerkommen lassen. „Ich muß gehen und ich will gehen", sagte Rosst; „dieSache des Papstes ist die Sache Gottes!" Als er in den Wagen stieg,um zur Sitzung zu fahren, lud er Nighetti ein, ihn zu begleiten: „MeinEavalier, kommen Sie mit mir, wenn Sie sich nicht fürchten!" Je näherdie Kutsche dem Palaste der Canccllaria kam, desto langsamer mußte manfahren; denn eine dichte Volksmenge füllte die Straßen, den Platz vordem Gebäude und den geräumigen Hof. Im SitzungSsaalc, der sich imersten Stockwerke befand, waren die Bänke der Rechten vielfach unbesetzt;um so zahlreicher war die Linke erschienen. Wenige Minuten nach einsfuhr Nossi's Kutsche in den Hof und hielt am Ausgange der Treppe.Lärm und vielstimmiges Pfeifen empfing den Ankommenden, der, wieEinige erzählen, mit einer Miene voll Verachtung antwortete und miteiner wegwerfenden Bewegung der Rechten seinen Handschuh schwang.Die Vorhalle zur Treppe war von einer Anzahl junger Leute aus derFreischaar Gradoni's erfüllt, die, als der Minister cintrat, eine Gasseöffneten, aber.gleich hinter ihm wieder schlossen, so daß er von seinemBegleiter abgcschnittcn wurde. Eben hatte Rossi mit festem Schritt dieersten Stufen erreicht, als er einen Stoß in die rechte Seite empfing,mit der Faust, wie die Einen, mit einem Stocke oder dem Knopfe einesDolches, wie Andere wollen. Mit stolzer Erhebung des Hauptes wandteer sich nach der Richtung, von wo der Angriff gekommen war, und gabdadurch die linke Seite seines Halses bloß, in die er im selben Augen-blick einen Dolchstich dringen fühlte. Rossi führte rasch sein Sacktuch andie verwundete Stelle und stieg mit dem halblauten Ausruf: „Meuchel-mörder!" die Stufen weiter hinan, als er mit einemmal zu schwankenbegann, die Wand zu erreichen suchte und hier kraftlos uiedcrsank, wäh-rend das Blut, nachdem es das Sacktuch vollgctränkt hatte, in einem