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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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I. 10. Der 15. und 16. November in Rom.

der von Rosmini nach Turin znr Bestätigung gesandt wurde. Alleindort hatte sich inzwischen das Ministerium wieder geändert, man ließlang auf eine Antwort warten, die zuletzt dahin ansfiel, daß man sichwohl ein vorübergehendes Bündniß (IsM tamporaria) gefallen lassen,aber auf einen immerwährenden Bund (ksäoi-arüono porpetua) nichtcingehen könne. So standen die Dinge, als von dem Ministerium Mon-tanelli-Gncrrazzi in Florenz das Schlagwort eines allgemein-italienischenVölkerbundes unter die Massen geworfen wurde.Mit einem bloßenBunde der Staaten sei es nicht abgcthan; nicht die Fürsten, nicht dieRegierungen, selbst nicht die Parlamente seien cs, von denen die ange-strebte Einigung Italiens ansgchcn könne; das allgemeine Stimmrecht,wie es in Frankreich zur That geworden, sei das einzige Mittel, eineconstituirende Versammlung zustande zu bringen, von der allein gesagtwerden könne, daß sic das italienische Volk vertrete."^) War einmaldas große Ziel der nationalen Einigung erreicht, dann war von demPapste als Haupt, ja von dem Papste überhaupt keine Rede mehr; imGegcnthcil, Gucrrazzi und sein Anhang erblickten im Papstthumdieewige Ursache des Unheils für Italien."

Wenn der Vorschlag der Livorno-Männer von der rcpnblicanischenPartei, von den Wortführern der Clubs, von der radicalcn Presse mitEntzücken begrüßt und mit Feuereifer verkündet und umhcrgetragcn wurde,so ließen sich doch nicht die Schwierigkeiten verkennen, womit die Aus-führung desselben zu kämpfen hatte. Das lombardisch-vcnetianische Kö-nigreich mit Ausnahme der Dogcnstadt hielten Radeckt) und seine Gene-rale in Schach. Die picmontcsische Regierung war nichts weniger alsgesonnen, zu Gunsten einer erträumten Volkseinheit abzudanken, eben sowenig jene von Neapel, die mit jedem Tage mehr Kraft entfaltete. Aufder Insel Sicilicu standen sich Königliche und Aufständische in offenemKampfe gegenüber, der sic für alles andere taub zu machen schien. Seitder blutig verheerenden Einnahme Messinas durch den königlichen Gene-ral Filangicri, September, waren die Leidenschaften der Sicilianer ansden Sicdpunkt gebracht; man hörte aus Palermo von einem öffentlichenVolksschwnr, sich eher unter den Trümmern ihrer Stadt begraben lassenals den Söldnerschaaren Filangicri's ergeben zu wollen; man vernahmans Messina von Vorbereitungen zu einer neuen sicilianischcn Vesper,die allen Anhängern Ferdinand'S den Garaus machen würde. Doch dieHindernisse, die sich in den genannten Ländern der Einberufung derCo-