Erbitterung gegen Karl Albert und dessen Ministerium.
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die Minister den Plan und die Beweggründe ihres Verfahrens darzulegenhätten, erklärte die Mehrheit desselben: „die bestehende Regierung seiweder im Stande einen ehrenvollen Frieden zu schließen, noch einenglücklichen Krieg zu führen; der Ausschuß befinde sich daher nicht in derLage ihre Haltung und Politik zu billigen", 6. November. Allein dasMinisterium und die Mehrheit in der Kammer blieben fest. In dergeheimen Sitzung vom 11. wurde der Antrag des Ausschusses abgelehntund mit dem Beifügen, daß dieser Beschluß in der nächsten öffentlichenSitzung bekannt gemacht werde, der Uebergang zur Tagesordnung an-genommen. Vergebens brachten dann am 12. mehrere Abgeordnete derLinken, Josti, Valeriö, Sinco, alle Waffen ihrer heftigen Beredsamkeitin's Feuer. Vergebens rief Brofferio: „So ist es denn wahr, daß wirin wenig Monaten so wunderbar znrückgcschritten sind, daß wir uns involler Reaction befinden?" Es blieb bei der Meinung der Mehrheit undbei der Politik des Ministeriums.
Da es nun für den Augenblick mit dem Kriege gegen Oesterreichjedenfalls nichts war, so wandte sich die Thätigkeit der Parteien miterhöhtem Eifer einer Angelegenheit zu, die seit langem angeregt, aberdurch den Waffenlärm mehr in den Hintergrund geschoben war. DieIdee der italienischen Einheit hatte in der vormärzlichen Zeitdie Gestalt eines Bundes der Fürsten und Regierungen der Halbinselmit dem Papste an der Spitze angenommen; besonders Gioberti hattein seinen Schriften für diesen Plan geschwärmt und zahlreiche begeisterteAnhänger gewonnen. Nach den Ereignissen des Jahres 1848 war esder römische Hof selbst, der jenen Gedanken wieder hervorzog. Im Aprilhatte Mons. Corboli, päpstlicher Legat in Turin, dem damaligen MinisterGrafen Balbo Vorschläge in solchem Sinne gemacht; doch Balbo warjedem Bunde abgeneigt, in dem nicht sein eigener Fürst den ersten Platzhätte. Auf Balbo war dann Casati gefolgt, in dessen Ministerium auchGioberti einen Platz fand. Von diesem war Abbate Rosmini nach Romgesandt worden, um die abgebrochenen Unterhandlungen neuerdings inGang zu bringen und sowohl die römische als die toscanische Regie-rung — von Neapel glaubte man nach den Ereignissen des 15. Maivorläufig absehen zu müssen — dafür, zu gewinnen. Die Folge diesesSchrittes war der Entwurf eines unter Vorsitz des Papstes für ewigeZeiten cinzngehendcn Schutz- und Trntzbnndnisses zwischen dem Kirchen-staate, dem Königreiche Sardinien und dem Großhcrzogthum Toscana,