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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
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1. 10. Der 15. und 16. November in Rom.

neigung gezeigt habe; seiner noch lebenden Mutter, der Prinzessin Amalie,bewahre Mailand noch immer liebevolle Erinnerungen; der Zar begün-stige die Bewerbung seines Schwiegersohnes, und Oesterreich werde csdarum nicht wagen sich der Ausführung dieses Planes zu widcrsetzen.Auch in der Dogcnstadt war man dem Vorschläge nicht abgeneigt; dieprovisorische Regierung empfing die Mahnung die Volksvertretung ein-zuberufcn, um die Frage zur Entscheidung zu bringen. Die repnblicanischePartei dagegen wollte weder von dem Prinzen Maximilian noch sonstvon einem Fürsten etwas hören, am wenigsten von Carlo Alberto, dernur Unglück über das Land gebracht habe.Waren wir nicht ohne einenKönig siegreich?" schrieben die schweizer lombardischen Flüchtlinge denPiemontcscn.Haben wir nicht in den glorreichen Tagen von Mailanddie Oesterreicher davon gejagt? Und war cs nicht der Mann des Ver-hängnisses, der in seiner mörderischen Umarmung die Erhebung desVolkes erstickte? Und diesem Menschen sollen wir noch einmal unsereGeschicke anvcrtraucn? Nein, nur das Volk selbst kann sich helfen, das Volkmit seinen tausend Armen, mit seinem ungczähmten Muth, mit seinen Barri-kaden und seinen Sturmglocken! Das sind unsere Bataillone, das sind unsereReihen, in die ihr eines Tages, enttäuscht und cntmnthigt, treten werdet sie zuverstärken!" Die Sprache der radikalen Blätter ließ alles hinter sich,was Karl Albert und sein Ministerium bisher an Unglimpf und Ver-lästerung zu hören bekommen.Der Reisende, der, die Königin derAdria besuchend, bei Verona vorbeikommt, das ihr nicht gewollt, beiRiooli, das ihr aufgegebcn, bei Vicenza, das ihr im Stich gelassen, wirdseufzend rufen: Judas! Judas!! Judas!!!" Der TurnierPensieroitaliano" brachte am 3. November den Entwurf einer Denksäule fürden Kriegs-Minister, der, ans einem dicken Maulesel reitend, die Scheideeines Schlcppsäbels an der Seite, mit der Rechten ein Fernglas demAuge nähert, um zu sehen, ob diecipportnnitä," noch nicht da sei. -'IDoch was half aller Schimpf und Hohn, alle Satyre und Ironie,alles Geschrei und Lärmen! Zuletzt mußte man doch die Thatsachc gel-ten lassen, daß an demselben Tage, da Mazzini aufrief und Garibaldiverhieß, Haynau den Veltliner Aufstand gebändigt hatte; daß Wien ein-genommen und bezwungen war; daß die Regierung und MilitärmachtOesterreichs fester dastand als in den Monaten zuvor. Die Hitzköpfewollten zwar auch jetzt nicht »achgcbcn. Als vom Piemontesischcn Abge-ordnctenhause auf Antrag Gioja's ein Ausschuß niedcrgesctzt wurde, dem