Kriegsgeschrei gegen Oesterreich.
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abwarten zu müssen glaubte. Als gegen Ende October Nachrichten vondem Putsch in den Thälern ostwärts und nordwärts vom Eomersee um-herliefen; als Mazzini vom Val d'Jntelvi einen zündenden Aufruf der„Giunta centrale d'insurrezione" verbreitete; als Garibaldi aus Livornoden Lombarden das Versprechen naher Hilfe sandte: da kannte vollendsdie zornige Ungeduld keine Gränzen. „Und Piemont schweigt?" hieß csin einem beißenden Artikel der Turiner „Coneordia"; „und bei unswartet man auf die Opportunität? Was verstehen denn die Herren unterOpportunität? Gebet acht, ihr Minister, ihr wandelt, vielleicht unbewußt,eine Bahn der Feigheit und der Ehrlosigkeit, und Piemont will weder feignoch ehrlos sein!" „Die Augenblicke sind vielleicht gezählt", schrieb die„Consnlta lombarda" an das sardinische Parlament; „Gott gewährt sienicht zu wiederholtenmalcn den Völkern, die er retten will!" „Wolltihr warten, bis der Aufstand im Veltlin gesiegt hat?" rief Broffcrio inder Kammer den Ministern zu; „aber wenn Mailand durch die Repu-blikaner befreit ist, wird cs dann eine andere Regierung wollen alsdie repnblicanische?" In Genua kam es in den letzten Octobcr-Tagen27. bis 29. zu gewaltsamen Auftritten; die Rufe: „Tod Carlo Alberto!Nieder mit dem Ministerium Pinelli! Hoch das souvcraine Volk!" tön-ten durch die Straßen; das Gesindel warf sich auf eine von Militärentblößte Cascrne, um Waffen zu bekommen. Die Civica inachte gegendie Meuterer mit den Soldaten gemeine Sache und ließ sich durch das „Niedermit der Bürgcrwehr! Nieder mit Pareto!" (ihrem General), durch die Wuth-ansbrüche der Umsturz-Partei, die sie „Brudermörder", „Anstriaci",„Gesniti" schimpfte, in ihrem Eifer nicht irre machen. Es gab Straßen-kampf mit Verwundeten und Todten ans beiden Seiten. Doch zuletztwurden die Unruhen gestillt, die zahlreich in der Stadt weilenden Frem-den, meist Lombarden, nach Sarzana verwiesen.
Die Parteiung in Italien wurde mit jedem Tage schroffer. InMailand wie in Venedig wollte man von Piemont nichts, mehr wissen-„Wir haben der Idee eines oberitalienischen Königreichs beigestimmt",hieß es; „diese Idee ist jetzt unausführbar geworden. Pinelli, Revelwollen Turiner bleiben, mögen sic cs sein; wir aber sind Italiener undwollen Italiener sein!" Bianchi-Giovini schlug ein selbständiges lombar-disch-vcnctianischcs Königreich unter Maximilian von Lcnchtcnbcrg vor;dieser sei zwar nicht in Italien geboren, wie der Bruder, dem er nach-folgte; allein er stamme ans einem Hanse, das Italien stets große Zn-