Aufregung und Putsch-Versuche iu den Provinzen.
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und Schrift kund, die von Bruchtheilen der Bevölkerung ansgingen. DemBerliner Trotz-Parlament flössen Zustimmnngs-, Hnldigungs-, Aufmun-terungs-Adressen einzelner Stadträthc und Magistrate, Bürgcrwehr-Ab-theilnngen und Wahlbezirke, Handwerker- und politischer Vereine, dervereinigten Landständc der Anhalt'schen Länder rc. in solcher Masse zu,daß sie deren in wenig Tagen über 200 zählte. Am 10. November er-klärten die Stadtverordneten von Breslau in außerordentlicher Sitzung,„daß man während der Dauer des Conflicts die National-Versammlungeinzig und allein als die gesetzgebende und beschließende Gewalt anerken-nen werde"; zugleich wurde eine Adresse an den König mit der Bitte umZurücknahme des Vertagungs-Befehls und Berufung eines volksthümli-chcn Ministeriums beschlossen. Auch an Versuchen thütigen Widerstandesfehlte cs nicht. Schon in den letzten October-Tagen war an manchenOrten die Einberufung und Einkleidung der Landwehr auf Schwierigkei-ten gestoßen; so hatte dieselbe z. B. in Liegnitz am 30. nach Festnahmeder Rädelsführer mit Gewalt durchgeführt werden müssen. Als dann inder ersten Hälfte November aus allen Richtungen Truppen zusammengc-zogen wurden, brachte das neue Conflicte. An einigen Orten, wie inFrankfurt a. d. O., begnügte man sich damit, durch Deputationen gegenden Abmarsch des Militärs nach Berlin Einsprache zu erheben, 10. No-vember; an andern aber suchte man ihn gewaltsam zu verhindern. Alsam 11. in Potsdam bekannt wurde, daß ein Bataillon ans der Eisenbahnnach der Hauptstadt befördert werden sollte, sammelten sich Gruppen vor-dem königlichen Schloß, reizten die Wache mit Steinwürfcn, andere Hau-fen eilten nach Nowawcs, alarmirten durch Trommclschlag die dortigeböhmische Kolonie, brachen Schienen ans, zerstörten den Tclcgraphcndraht;es mußte Militär anrücken, eine Dccharge trieb die Mente auseinander,während Eiscnbahnarbciter anfgebotcn wurden das Schienengcleise derEisenbahn wieder hcrznstcllcn. In Brandenburg beschloß eine Volksver-sammlung am 12., kein neues Militär nach Berlin zu lassen; doch bliebes bei dem Beschlüße. Ln Halle erließ der Kreisausschuß der sächsischenDemokraten einen Aufruf, der bedrängten Hauptstadt zu Hilfe zu eilen.Tags darauf war in Berlin ein bcwaffncrer Zuzug ans Stettin ange-sagt; das Militär hielt den Eiscnbahnzng in Bernau ans, so daß dieFreischärler Lciterwägcn micthcn und auf Umwegen ihre Reise fortsctzenmußten; „man wolle dem Ministerium Brandenburg die. Stenern ver-