Wander-Parlament und Belagerungszustand.
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fühnlilg dieser Maßregel mitwirke, mache sich des Vcrrathcs am Vatcr-landc schuldig". Gleich darauf wurde vou der Linken der Antrag gestellt,mau solle erklären, daß das Ministerium Brandenburg „weder zur VcrWendung der Staatsgclder noch zur Erhebung von Steuern berechtigt"sei. Noch zeigte sich die Mehrheit der Versammlung nicht geneigt,mit einem so folgenschweren Beschlüsse den Boden der Revolution znbetreten. Der Antrag wurde für's erste einer Commission zur Prüfungüberwiesen. Inzwischen hatte sich auch das Bürgcrwchr-Eommando ver-sammelt; Rimplcr legte seine Stelle nieder und zog sich zurück. In allenBataillonen wurde die Frage verhandelt, ob die Waffen zurückgcgcbcnwerden sollten oder nicht; überall dieselbe Entschlossenheit wie am Vor-mittage des 10.: „man werde die Waffen nicht abgcbcn, sich sie nurmit Gewalt nehmen lassen." Im Cafe de Bavicre wurde vorgcschlagcn,jene Bürgcrwchrmünncr, die in sich nicht den gehörigen Muth fühlen,sollten ihre Waffen ablicfcrn, die man beherzter» Leuten ans dem Volkein die Hände geben wolle. Stimmen ließen sich vernehmen, man solledie bei den Bürgern bcquarticrtcn Soldaten überfallen, ermorden oderdoch ihrer Waffen berauben. Hin und wieder sammelten sich bewaffneteSchaarcn, während einzelne Abtheilungcn Militär, vor jenen Anschlägengewarnt, die Zugänge ihrer Quartiere verrammelten.
Indessen geschah von alle dem nichts. Die Nacht sowie der folgcnde Vormittag des 12. verliefen ruhig. Nur die fieberhafte Aufregungdauerte fort. Tausende flüchteten ans der Stadt; Droschken und Wägenjagten nach den Bahnhöfen, daß sic sich in wirrem Durcheinander ver-fuhren. Selbst Führer der demokratischen Partei schickten ihre Familienfort, „weil cs am Nachmittag losgehen werde." Die Maschinenbauerund Eiscnbahnarbciter sammelten sich im Windcck'schc» Locale. Ein un-heimliches Leben wühlte durch die Stadt. Einzelnen Bürgcrwchrslcutcn,die ihre Waffen nach den bestimmten Sammclorten bringen wollten,wurden diese von demokratischen Parteigängern auf offener Straße abgc-nomnien. Mittlerweile tagten die Schildträger des passiven Widerstandeswie am gestrigen Tage im Hause der Schützengildc. Es galt der Neu-wahl des Bureaus: von 248 Anwesenden stimmten 245 für Unruh;für die Vicepräsidenten-Stellcn gingen die Namen Philipps, Waldcck,Borncmann, Plönnies ans der Urne hervor. Der wiedcrgewählte Prä-sident hielt sich „nach Vorschrift des Reglements" verpflichtet, von dem
Wahlergebnisse unmittelbare Anzeige „an des Königs Majestät" zu
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