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I. 9. November-Katastrophe i» Berlin.
„Dann wcrdc ich mit meinen Soldaten bis zum nennten warten", er.wicdcrtc Wrangel. Auch der Präsident der National-Vcrsammlung, inderen Saal die Gewehre non den Endpunkten des weiten Platzes durchdie Fenster funkelten, ließ anfragcn, was diese Entfaltung militärischerKräfte bedeute. „Er wcrdc", antwortete Wrangel, „jedermann hinaus,aber niemand hineinlasscn; eine National-Versammlung, da selbe vertagtworden, kenne er nicht, und eben so wenig einen Präsidenten derselben,mit dem er sich in Unterhandlung cinlasscn könnte". Die Soldatenstellten ihre Gewehre in Pyramiden zusammen; ebenso that die Bürger-wchr und die Leute machten harmlose Witze — „Du wrangelst mir nich",sagte der Bürgersmann zum Soldaten, „und ich rimplcre Dir nich,also jut Freund!" —, während im Sitznngssaale eine „Ansprache an daspreußische Volk" und eine Verwahrung „gegen die ihr gegenüber ange-wandte militärische Gewalt" beschlossen wurde. Unmittelbar darauf ver-ließen die Versammelten, das Präsidium an der Spitze, den Saal unddurch die von der Bürgerwehr gebildete Gasse in ernstem Zuge dasGebäude. Bald darauf zog die Bürgerwchr unter Trommclschlag ab,zuletzt marschirtcn auch die Soldaten in ihre Cascrncn-
Des andern Morgens 9 Uhr fanden sich die Abgeordneten, 252 ander Zahl, in geordnetem Zuge wieder vor dem Schauspielhause ein.Es war geschlossen. Der Präsident klopfte an die Thürc; eine Stimmeaus dem Innern antwortete, auf Befehl des Ministeriums dürfenicht geöffnet werden. Unruh verlangte, da er sich nicht daraufcinlasscn könne mit einem Unbekannten durch das Schlüsselloch zuparlamentiren, es möge jemand hcrauskommcn- Abermals die Stimmeaus dem Innern: „Ich bin als Commandant verpflichtet das Haus zuhalten und kann mich zu weitern Verhandlungen nicht verstehen." DieAbgeordneten verfügten sich darauf in das Hotel de Nussic und ließennicht ab, bis Unruh die Sitzung für eröffnet erkürte'?). Die Stadtverord-neten boten ihren Saal, die Glieder der Schützcngildc ihre Halle an;es wurde beschlossen, sich Nachmittags in letzterer cinzufindcn. Ehe dicßzur Ausführung kam, wurde durch königliche Verordnung die Bürgcr-wehr wegen ihrer Haltung in den letzten Tagen für aufgelöst erklärtund ihr befohlen, am nächsten Morgen „die ihr gelieferten Waffen"zurückzngeben. Die Nachmittags-Versammlung im Schützcnhansc erklärtediese Maßregel für eine „durchaus ungesetzliche" und forderte die Staats-rcgicrung ans den Befehl sofort zurückzunchmcn; „jeder, der zur Aus-