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2 (1870) Revolution und Reaction im Spätjahre 1848
Entstehung
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Revolutionen, ihr Ursprung und ihr Wesen.

aber doch unwesentlich und vorübergehend, und die von selbst schwindenmußten, sowie die Gründe jenes allgemeinen Mißbehagens behoben wa-ren, aus welchem eine der großartigsten Bewegungen im Völkcrleben derNeuzeit entstanden war. Wir haben nicht nöthig, uns des breiteren überDinge auszulasscn, die allgemein bekannt und zugcstandcn sind. EinigeAndeutungen werden genügen, um den Gedankcngang weiter zu leiten.Einer der Hauptgründe jenes Unwillens, woraus die Umwälzung von1789 ihren Ursprung herlcitete, lag in den absolutistischen Verfassungs-Verhältnissen Frankreichs, die sich, aus anderen Zuständen und Stim-mungen entsprungen, seither längst überlebt hatten. Aber die Politikervon 1814 und 1815 faßten die Sache in umgekehrtem Sinne auf, in-dem sic Vorgaben, die Vcrfassungsvcrhältnisse, welche nach 1789 inFrankreich in freiheitlichem Geiste entstanden waren, hätten den gcwalt-thätigen Umsturz, und was sich alles daran knüpfte, erst hcrvorgerufen.Mochte es nun sein, daß sie sich in der That überzeugt hielten, das ab-solutistische Regiment eigne sich für große Staaten am besten; die Ma-ximealles für das Volk, nichts durch das Volk" sei die allein richtige;unter einem patriarchalischen Regierungs-Systeme befinde sich die Bevöl-kerung am behaglichsten und gedeihe am besten: was war ihre vereinzelteUeberzcngnng gegen die unter den Gebildeten und Höherstrebcndcn allerLänder sich immer weiter verbreitende gegcnthciligc Ansicht, die sich nichtlänger unter der Vormundschaft einer kleinen Anzahl von Rathgebernder Krone gehalten wissen wollte, die Mitrathen und Mitthaten desVolkes verlangte, die sich endlich nach Entfesselung des Geistes von allenwillkürlich beengenden Schranken, nach freier Bewegung in Angelegen-heiten von öffentlichem Interesse sehnte? Angenommen, daß die letztemAlle mit ihrer Ansicht irre gingen, jene Wenigeren mit ihrer Ueberzcngnngauf rechtem Wege waren, so gibt cs mm einmal im Staats- und VölkcrlebenDinge, von denen der improvisirte Ausruf Mirabcan's gilt:daß, wo alleWelt Unrecht hat, alle Welt wieder Recht hat, weil das größte Talent deröffentlichen Zustimmung bedarf, um über die Umstände zu triumphiren."

Was insbesondere Oesterreich betraf, so war allerdings von dempolitischen Freiheitsdrang, der sich jenseits und vielfach auch diesseits desRheins in so unzweideutiger Weise Luft gemacht, zu jener Zeit im all-gemeinen nicht viel wahrzunehmcn und wurde sogar um dieses Umstan-des willen unser Vaterland von Regierungen und Staatsmännern, denender Geist der Unruhe und des Widerspruchs in ihren Ländern unaus-