Innere Politik dcr Restaurntious-Pcriodc.
3
rcgnngen dnrchdrang cinc nnncnnbarc Sehnsucht nach Ruhe und Erholung,noch Sicherheit und fcstcui Halt alle Schichten dcr Bevölkerung; unddicsc Schnsucht in ausrcichcndcm Maße zu befriedigen, sahen fortan diclcitcndcn Staatsmänner des cnropäischcn Fcstlandcs als das wichtigste,ja als das ausschließliche Ziel ihrer Bestrebungen an. „Die Länder sindanögcsogcn, die Bevölkerung ist gelichtet, dic Cassen sind geleert, dcröffentliche Ercdit steht am Rande einer vcrhängnißvollcn Katastrophe.ES gilt mit dcr Vergangenheit abzurcchnen und dann ein neues Daseinpi begründen; cs gilt den zerrütteten Wohlstand zu heben, den Erwerbund dic Künste des Friedens zu hegen; cs gilt Bildung und Sitte zufördern, aber zugleich vor den Gefahren dcr Aftcrweishcit, dcr vcr-inesscntlichcn Erkenntnis;, des politisirenden Vorwitzes.zu bewahren. Mö-gen sie nie wicdcrkchrcn dic Schrcrkenötage dcr Sansculotics, dcrwnthcnden Jacobincr, dcr bluttriefenden Guillotine, und mögen sic fernvon unfern Gränzcn bleiben jene glcißncrischcn Lehren, die zu so fluchwürdigen Ereignissen geführt haben!"
Mit Vorsätzen und Verheißungen solcher Art wurde denn vonjenen, die ani Wcbstnhlc dcr Geschicke Europas saßen, die Fricdcuszciteingelcitet, dic sic den Völkern des erschöpften Wcltthcils heilbringendzu bieten hofften. Und in der That erfüllten sie, wie man glaubenmochte, in diesem Punkte ihre Aufgabe in dcr befriedigendsten Weise.Die Erscheinungen, dic seit Anfang dcr neunziger Jahre dic Völkergcänstigt hatten, waren gebannt. Die „Schreckcnstagc" waren vorüber,cs gab keine »Sansculottes" und keine „Jacobincr" mehr, oder min-destens cs war von ihnen nichts wahrznnchmcn; und was die „vcrmcs-scntlichc Erkenntnis", den „politisirenden Vorwitz" betraf, so wurden diesinnreichsten Veranstaltungen getroffen, dicsc bösen Keime neuer Beun-ruhigung nicht znm Wachsthnm, nicht zur Reife kommen zu lassen.Doch — beschlich dic Veranstalter dcr Congrcssc von Karlsbad, Trop-pan, Laibach, Verona niemals die Ahnung, daß cs, anstatt nur besorgtzu sein die Revolution nieder zu halten, vielmehr darauf ankomme dicAnlässe zur Revolution fern zu halten? War unter all den Staats-künstlcrn keiner, dcr sich, die, Frage stellte, ob d en Forderungen, die sichin der französischen Schrcckcnszeit so gewaltsamen Durchbruch verschafft,nicht manches bcachtcnswcrthc Moment zu Grunde liege? Kam keinemder Gedanke, an die Stelle der bisherigen symptomatischen Behand-lung dessen, was man als unruhigen Zeitgeist fürchtete, cinc ätiolo-