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Anmerkungen.
299) S. 429. „Die Militärgewalt in Wien" von Mathias Koch im „Oesterr.Courier" Nr. 272 v. 24. Nov. 1848. — Drastischer noch zeichnete der Volkswitz denUnterschied der jetzigen Verhältnisse von den früheren. In den Octobertagen ruft einwachestehender Legionär: „Wer da?" „„Constitution!"" „Vorbei!" Jetzt ruft derKroat aus seinem Posten: „Wer da?" „„Anarchie!"" „Vorbei!"
300) S. 430. „Wie überhaupt die Welt undankbar gegen die Studenten ist, sowar es auch bei den Landleuten der Fall; sie sagten: recht ist es, daß das Militärgesiegt hat, denn sonst wären die Arbeiter auf das Land gekommen und hätten unsalles weggenommen." Fadinger a. a. O. S. 33 f.
301) S. 430. Wie der Berichterstatter der rcichstäglichen Permanenz in jederOctobcrsitzung von neuen Beiträgen zu erzählen wußte, die von Personen und Ge-meinden für die Sache der Freiheit, für die edlen Vertheidiger Wiens rc. eingegangenwaren, so eröffnet«! jetzt die Zeitungen eine stehende Rubrik: „Patriotische Gaben".Von allen Seiten flössen kleinere und größere Geldbeiträge ein, deren Mottos alledas gleiche Gefühl ansdrückten: „Dank den sämmtlichen Befreiern Wiens; Hoch lebeihr heldenmüthiger Führer F.-M. Fürst Windischgrätz!" „Dank unfern Befreiern,dem tapfern k. k. Militär!" „Aus tiefgefühlter Dankbarkeit, daß die Armee Wienund uns alle von der Anarchie befreit hat." Die häufigsten Widmungen galten denVerwundeten entweder im allgemeinen, „der tapfern Armee, die Oesterreich gerettethat" oder einzelner Truppenkörper insbesondere, z. B. den Soldaten des RegimentsKhevenhüller, oder „für die auf der Schmelz verwundete Mannschaft" oder den Grän-zern mit dem Motto: „Hoch die tapfern Kroaten und ihr treuer Führer Banns Freiherrvon Jelacic". Unter den Spendern fand sich „ein in Wien wohnender Engländer",unter den Sammlern von Beiträgen „der königl. bayerische Gesandte in Wien". Auchvon auswärts strömten reiche Gaben zu. Die Arbeiter einer Fabrik „bei Wien" sandten50 fl. ein, zu denen ihr Arbeitgeber 100 fl. dazulegte; aus der Stadt Stockerau gingen158 fl. ein; der namhafteste Betrag aber kam aus Baden: „Durch eine Sammlung2660 fl. 5 kr." Auch Prag, steuerte bei „zur Linderung des Geschickes der bei demheldenmiithigen Kampfe für constitntionelle gesetzliche Ordnung vor Wien Llessirtenk. k. Militärs deutsch und slavischer Zunge" rc. Die ohne besondere Widmung ein-gcsandten Geldbeiträge ließ Fürst Windischgrätz an jene Soldaten als Prämien ver-theilen, die sich besonders ausgezeichnet hatten; nicht selten verzichteten diese auf dieihnen zugesprochene Belohnung zu Gunsten ihrer verwundeten Cameraden. — AußerGeldbeträgen flössen auch reichliche Naturalien ein. In städtischen Kreisen wurdenSammlungen von Bettzeug, Roßhaarpolstern, Strohsäcken, von Hemden, Unterhosen,Fußsocken, von Verbaudstücken und Lharpie veranstaltet; die Landgemeinden bedachtendie Soldaten mit reichen Weinlieferungen, das Stift Heiligenkreuz schickte fünf Eimerguten alten Tafelwein; die Orte, welche Durchzug oder Einquartierung hatten, brachtenBrod, Mehl, Erdäpfel und Rüben, Hafer und Gerste, Heu und Stroh.
302) S. 430. Alle größeren Journale London's sprachen es übrigens mit der„Times" offen ans, daß die Bezwingung Wiens eine Nothwendigkcit war, um derUnabhängigkeit und Einheit Oesterreichs zum Siege zu verhelfen. Nur „Daily News"brachten einen Schmähartikel, worin cs unter andern hieß: „Indem der österreichischeHof die Slavenhäuptliiigc Jelacic und Windischgrätz mit ihren Horden herbeigernfen,um die deutsche Stadt Wien mit ihrer deutschen Gesinnung zilsammeiizuschießen, hater die Politik Lord Strafford's nachgeahmt, der dem Stuart Karl I. Vorschlag, eineArmee wilder Irländer anzuwerben und damit die Londoner zu bewältigen."
303) S. 433. Wir führen das Erzählte absichtlich nur als „Gerüchte" an, weil