Anmerkungen.
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die näheren Angaben überall schwanken. Den Vorfall mit den zwei Michaelern findenwir bloß in einer Correspondenz des „Const. Bl. a. Böhmen" Nr. 114 v. 10. Nov.,die aber viel Detail-Kenntniß verräth. Das andere Ereignis erwähnen fast alle Be-richte, und die meisten sprechen von einem Kanonier und zwei Civilisten, von welchenletzteren einer gelobtet, der andere verwundet wnrde. Andere wissen nur überhauptvon einem Streit „zwischen Garden und Kanonieren", der aber nicht auf der Straße,sondern „in einem Wirthshaus" vorgcfallen sein und eine Tödtung und zwei Ver-wundungen von Civilisten zur Folge gehabt haben soll; die „Lembergcr Ztg." Nr. l31v. 6. Nov. spricht von drei Kanonieren und zwei Civilisten, von welchen letztereneiner getödtet wurde. Eine ganz abweichende Nachricht endlich behauptet, zwischeneinem Kanonier und einem Studenten habe cs Streit gegeben, wobei elfterer mit demPallasch des letzter» über den Kopf gehauen, dieser dagegen von einer Militärpatrouilleauf die Hauptwache geführt worden sei. Allen diesen verschieden lautenden Angabengegenüber bemerkt der eingehende Aufsatz „Lembergs Beschießung am 2. November"im „Soldatenfreund" 1848, Nr. 39: „Der Vorwand, als hätte der Epceß eines Ka-noniers, der bis jetzt eben so wenig als der durch ihn angeblich verwundete Gardistcrnirt werden konnte, die eigentliche Veranlassung zum folgenden Eclat gegeben, gehörtin das Gebiet eines möglichen Zwischenfalles."
304) S. 437. Der Barricadenbau und das Barricadennetz, das die innere Stadtin eine Art Festung umwandelte, war seit langem ausstudirt und vorbereitet; es ließsich, wie im April in Krakau, das sachkundige Wirke» erfahrener „knisvurs äs kmrri-Luciss" nicht verkennen. Vgl. „Polnische Revolutionen" (Prag. 1863, Credner) S. 342 f.
305) S. 438. Daß dabei auch Unschuldige, die durch Neugierde verleitet an einFenster oder auf einen Söller traten, zum Opfer fielen, hatte die Katastrophe vonLemberg mit allen derartigen Ereignissen gemein. Polizeicommissär Ullmanu, späterPolizeidirector in Prag, entging zur Noth dem gleichen Loose. „Polnische Revolutionen"S. 345.
306) S. 440. „Ich glaube, da würde wohl aus lauter Patriotismus niemandübrig geblieben sein, als die Bauern und der Kaiser", bemerkt treffend ein Lorrespon-dent der „Presse" Nr. 116.
307) S. 441. Es war eine Kundmachung des Grafen Lazansky aus Olmüzvom 30. — also die erste Unterwerfung Wiens betreffend —, die am nächsten Tage,3. November, als Beilage zur „Lemberger Zeitung" erschien.
308) S. 443. In der Sitzung vom 21. December, „Verhandlungen d. österr.R.-T." IV, S- 240. — Nur der Vollständigkeit wegen benützen wir diesen Anlaßzu der Bemerkung, daß cs in Lemberg Leute gab, die nicht die ganze Schuld derausgebrochenen Brände den Geschossen Hammerstein's zuschriebcn. „Man glaubt, dasFeuer sei durch Emissäre angelegt worden", hieß es in einer Lemberger Correspondenzder „Const. Allg. Ztg. aus Böhmen" Nr. 122. — Eine von Lügen strotzende Dar-stellung des Lemberger Aufstandes „nach authentischen Nachrichten" brachte die Kossuth-sche Journalistik; s. Janotyckh, Archiv III, S. 328 f.
309) S. 444. „Heut und gestern. Am 3. November 1848 in Lemberg. A. d.Poln. von L. S." (Stroppel?):
Welcher Wechsel, welcher Wandel!
Nirgends hört man Säbel klirren, nirgends sieht man auf den Straßen
Polonaisen und Krakusen, Viercckmützen und Kartuschen!
Und die Mienen unsrer Mädchen, wie verändert! Ach, sie sehen
Heute nirgends mehr Uhlanen mit den bunten Flatterfahnen re. —