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Anmerkungen.
Verantwortung auf, selbe dem Stallmeister Scnsel in der Stallbnrg zu übergeben''.Eine andere Kundmachung vom 2. betraf die vom N.-G.-Obcr-Commando reqnirirtenoder vom Prolctariate aus Caserncn und Depots entwendeten „Militär-Effecten", wieMäntel, Beinkleider, Kotzen, Betten u. dgl., die „ohne alle Ausnahme" in das Filial-Mililär-Dcpol in der Währingcrgassc abzuliefcrn waren, sowie die nach der Nebergabedes kaiserlichen Zeughauses am 6. Oktober geplünderten „werthvollen Trophäen undArmaturstücke", die daselbst „lheils zur Zierde der Waffensäle, theils als historische Denk-mäler" aufbewahrt waren. Die Aufforderung, diese Gegenstände znrückzustellen, wurdeam 3. mit der Androhung erneuert, daß Dawiderhandelnde „jedenfalls den Militär-Gesetzen zur angemessenen Ahndung verfallen" sollten. Dennoch war bis zum 8. „erstein Drittel" davon abgelicsert und es wurde „zur gänzlichen Ablieferung" eine neueFrist von zwölf Stunden festgesetzt, worauf eine allgemeine Hausdurchsuchung in denVorstädten vorgcnommcn werden sollte. Den größten Schaden dabei hatten, freilichnicht ohne eigene Schuld, die Trödler, nach deren Aussage selbst Osficiere der National-garde und akademischen Legion so ehrlos waren, wcrlhvollc Stücke aus dem Zeughauseschnöden Gewinnes halber zu entwenden und zu verschachern. Vollständig kamen dieseGegenstände trotz aller Aufforderungen, Drohungen und Haussuchungen nie wiederzurück. Viele Stücke sollen gleich in den ersten Tagen in das Ausland gewandertsein. — Von gewöhnlichen Waffen wurden in den ersten Tagen so viele eingesammelt,daß man nicht Fuhrwerk genug anftreiben konnte, sie sortznschaffen. Die große Mehr-zahl davon war von den Besitzern freilich nicht, wie die Vorschrift lautete, in die da-für bezeichnet«! Depots getragen, sondern im ersten Augenblicke auf offener Straßeabgelegt und weggeworfen worden. Als es in den folgenden Tagen mit dem Gebotevollständiger Ablieferung strenger genommen wurde, bedienten sich viele Parteien eineseigenen Mittels, die bis dahin verborgen gehaltenen Waffen los zu werden: sie warfensie Nachts ans dem Fenster ans die Straße oder wohl gar rücksichtslos in die Höfevon Nachbarhäusern. — Bezüglich der Pnlvervorrälhe befahl eine Kundmachung desGemeindcrathes vom 3., „alle Häuser sogleich von den Boden- bis zu den Kcllcr-Localiläten auf das sorgsamste zu untersuchen" und das gefundene Pulver an dieDirektion des kais. Zeughauses abzulicfern. — Dennoch blieb nicht wenig verheimlichtund wurde mitunter erst viel später, durch bloßen Zufall, aufgefunden. Als dieAkademie der bildenden Künste im Jahre 1857 nach dem Tode ihres Ghps-FormersSchroth einige Local-Veränderungen vornahm, fanden sich an Orten, die seit Gedenkenniemand betreten hatte, 7 Gewehre, 4 Pistolen, 38 Päckchen Pulver, blinde Patronen,vielleicht von jenen Studenten herriihrend, die nach der Einnahme der Stadt in diesenRäumen einen Versteck gesucht hatten. Die Direktion machte unvcrweilte Anzeige andie Polizei-Behörde mit dem Ersuchen,!)iese Gegenstände ans dem Akademie-Gebäudeentfernen zu lassen.
294) S. 425. „Gestern (3. Nov.) sprach ich einen Mann, der zwei todte Kinderacht Tage lang zu Haus liegen hatte, die er nicht begraben lassen konnte, weil dieTodtenbeschan nicht aus der Stadt kommen konnte." „Briefliche Mittheilungen"a. a. O. S. 15.
295) S. 427. Eine launig beschriebene Scene: „Rost, das Milliweib von Petz-leinsdors" im Feuilleton des „Oesterr. Lloyd" vom 8. (oder 9.) Februar 1849. —Im übrigen wurde die Absperrung noch strengstens gehandhabt. Roch am 4. No-vember heißt es in einer Döblinger Corresponden; des „Const. Bl. aus Böhmen":„Selbst die Kundmachungen der Militär-Obrigkeit gerathcn nur wie zufällig in den